
TU DICH AUF [Intro – sehr leise] Tu dich auf… irgendwo vor mir. Nur ein kleines Stück Erde, eine Tür nach unten, weg von hier. [Strophe 1] Ich wünschte, der Boden würde brechen, nur für mich und nur für jetzt. Ein Loch, in das ich kriechen könnte, wenn der nächste Donner mich verletzt. Mach dich auf und lass mich rein, tief genug, dass mich nichts findet. Dass der Lärm dort oben leiser wird, bis auch dieser Sturm verschwindet. Ich will nicht wissen, was noch kommt, will keinen Himmel fallen seh’n. Ich möchte unter dieser Erde einfach nur auf Pause geh’n. [Pre-Chorus] Also Erde, tu dich auf, nur ein einziges Mal für mich. Lass mich kurz verschwinden, denn mehr schaffe ich gerade nicht. [Refrain] Tu dich auf, du kleines Loch, lass mich einfach in dir sein. Während draußen Stürme wüten, schließ die Welt für mich nicht ein. Lass den Donner oben donnern, lass den Himmel untergeh’n. Ich bleib unten, still verborgen, ich muss es heute nicht mehr seh’n. Und wenn der Sturm vorüberzieht, wenn der letzte Regen fällt, dann mach dich wieder auf für mich und bring mich zurück in meine Welt. [Strophe 2 – Sturm wird heftiger] Oben reißen Äste nieder, Blitze schneiden durch die Nacht. Der Wind wirft alles durcheinander, was ich mühsam aufgebaut hab. Es kracht und hämmert über mir, der Himmel scheint entzwei zu brechen. Doch tief unter all dem Chaos kann mich dieser Sturm nicht treffen. Ich zieh die Knie ganz nah zu mir, mach die Augen einfach zu. Nur die Erde hält mich fest und für einen Moment ist Ruh. [Refrain – kraftvoll] Tu dich auf, du kleines Loch, lass mich einfach in dir sein. Während draußen Stürme wüten, will ich einmal nicht mehr stark sein. Lass es regnen, lass es donnern, lass den Wind durch alles geh’n. Ich bleib unten, still verborgen, bis die schwarzen Wolken geh’n. [Bridge – plötzlich fast still] Und irgendwann … hör ich nichts mehr. Keinen Donner. Keinen Wind. Nur einen Vogel irgendwo. Ich öffne langsam meine Augen, über mir fällt Licht herein. Die Erde öffnet ihre Arme: „Du kannst wieder draußen sein.“ [Finale – groß, hell] Ich kletter langsam aus dem Loch, und die Welt riecht noch nach Regen. Über mir zerreißen Wolken, erste Sonnenstrahlen leben. Und dort oben – über allem, was der Sturm zurückgelassen hat, steht ein Regenbogen. So hell. So still. So unerwartet satt. Vielleicht musste ich verschwinden, vielleicht brauchte ich diesen Ort. Denn kein Sturm kann ewig bleiben, irgendwann zieht jeder fort. [Outro – geflüstert] Wenn der nächste Sturm mal kommt und ich glaube, ich kann nicht mehr … dann wünsche ich mir wieder dieses kleine Loch. Nur bis es vorbei ist. Denn jetzt weiß ich: Irgendwann kommt das Licht zurück.

