
Strophe 1 Der Morgen kriecht durchs matte Fensterglas, mein müdes Herz schlägt leise, fast ohne Maß. Der Spiegel kennt die Schatten im Gesicht, erzählt mir stumm: „Vergangen ist es nicht.“ Das kalte Wasser küsst mich viel zu schwer, als wüsste es von allem viel zu sehr. Die Zahnbürste streicht wie Reue über mich, und jede Bewegung sagt: „Ich fehl dir noch, ich fehl dir sicherlich.“ Refrain Zwischen Spiegel und Seife verlier ich mich jeden Tag, im Schaum meiner Zweifel, der deinen Namen sagen mag. Und während ich mich wasche, geht nichts von dir wirklich fort — die tägliche Morgentoilette wird zum traurigsten Ort. Strophe 2 Das Handtuch hängt noch immer schief wie wir, ein stilles Denkmal aus Gewohnheit hier. Der Kamm zieht Spuren durch mein wirres Haar, als ob er sucht, was einmal Liebe war. Der Duft von Creme auf meiner müden Haut ist wie ein Trost, der sich selbst nicht mehr traut. Ich mache mich zurecht für diese Welt, doch innen ist noch alles kalt und ungestellt. Refrain Zwischen Spiegel und Seife verlier ich mich jeden Tag, im Schaum meiner Zweifel, der deinen Namen sagen mag. Und während ich mich wasche, geht nichts von dir wirklich fort — die tägliche Morgentoilette wird zum traurigsten Ort. Bridge Und selbst das Licht am Morgen fällt nur blass auf diesen Raum, denn jeder Griff, jede Regung trägt noch den Staub von unserm Traum. Ich putz die Spuren von gestern und finde doch immer nur dich, im Becken meiner Tränen beginnt der Tag und endet nicht. Letzter Refrain Zwischen Spiegel und Seife zerbricht ein kleines Stück von mir, im Schaum meiner Zweifel steh ich noch immer neben dir. Und während ich mich wasche, bleibt dein Echo leise dort — die tägliche Morgentoilette nimmt mir jeden Morgen das Wort.

