Die Ringerl Ohne Ringerl geht`s doch nicht. Kistenweise Ringerl, die kloansten sand de fünfazwanzger Ringerl, de braucht ma kaum, de sand nur für zwoa drei Blattln geeignet. Die nächsten Ringerl sand de fünfavierzger Ringerl, dann kemman die Sechzger und steil geht`s nauf bis zu de Dreihundertzehner Ringerl. Ach was red ich zu Menschen, die sich Ringe nur an die Finger stecken, das kann doch fast jeder. Ringe interessieren mich gar nicht, ich hab einen Ring am Finger und der ist mir Ring genug. Wenn Sie an Ringe denken, denke ich an andere Ringe, die mich bewegen, an Schweizer Binderringe. Binderringe halten meine Blätter zusammen und Ringe sind für mich der halbe Gedichtband. Bei Ringel verstehe ich keinen Spaß, mit meinen Ringerln ist nicht zu scherzen und das wissen meine Lieferanten. Bis dato haben`s meine Ringerl grad ab den Zweihundertvierziger Ringerln immer in ovaler Form ghabt, oval ist so formschön. Ein Packerl Papier in oval gebunden schaut doch so schön aus. Gar kein Problem, wenn auch nicht grad billig. Die Ringerl sind das bindende Element. Jetzt haben`s mich schwer getroffen, einer meiner Händler bestellt drei Packerl Ringe, Zweihundertvierziger, Zweihundertsiebziger und Dreihundertzehner Ringerl und was kam, nur die Dreihundertzehner Ringerl in oval. Sie verstehen, die Gewohnheit in mir hat rebelliert. Was soll das, Zweihundertvierziger und Zweihundertsiebziger Ringerl nur in rund? Zurück damit, ovale müssen her. Rufen`s mich gleich an, wenn`s denn sehnlichst erwartet da sind. Sie, die ovalen Ringerl gibt`s nicht mehr, das kann doch nicht sein. Jetzt haben`s keine Zweihundertvierziger und Zweihundertsiebziger Ringerl in oval mehr, nur noch ab Dreihundertzehn. Ich hoffe, Sie erkennen den Ernst der Lage. Das ist wie mit der Frau, die sich einen Ring einbildet und dann ist der furt, den ma scho zehnmal angschaut hat. Der Mann versteht`s nicht und gibt`s Ersatz, werd immer gsagt, der oane wär`s gewesen. Bei Binderingen ist das noch viel schlimmer, diese Ringe sind doch ein Geschmacksausweis des Bindenden. Als Ring am Finger trag ich einen Weißgoldenen, die Leute meinen des wäre Silber. Die ovalen Ringe zeigen doch, dass der Gedichtband etwas kantig ist. Noch einen Laden hab ich angestiftet nachzuhaken nach ovalen Binderingen. Aber freilich gibt`s die, im neuesten Katalog, nach drei Telefonaten und einem Hin und Her war klar, der neueste Katalog hatte keine neuesten Informationen. Mein erster Laden machte dann das Geschäft, ein Geschäft mit runden Ringen. Der Kunde ergibt sich diesen ringunsensiblen Schweizern. Rund, des ham`s früher ghabt, kantig oval wäre die Zukunft gewesen, aber sie meinen die Zukunft wäre rund. Meine liebe Minni, die würde bestimmt einen ovalen Ring auch tragen. Frauen sind nicht so ringspezifisch wie ein Dichter, denn selbst eine Ringform bewegt. Meine Minni hat für diese Ringe keinen Sinn, der ist wurst obs`s rund oder oval sind. Ihre Ringe kosten und dann steckt`s as sich an de Finger, ich verschenke meine Ringe. Wenn`s mein tragisches Erlebnis um die Zweihundertvierziger und Zweihundertsiebziger Ringerl nicht glauben, fragen`s die Verkäuferin vom Beierl und den Verkäufer vom Feucht. Aus Trotz hat ein Gedichtband von mir, so ich`s schaffe, Dreihunderzehner Ringerlstärke, weil ab der Stärke gibt`s as in oval.