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Faust I – Teil 17 Der König in Thule

Faust I – Teil 17 Der König in Thule [Verse 1] Der Abend legt sich sanft ins Haus, die letzten Lichter gehen aus. Ein leiser Schritt, ein stilles Lied, das durch die kleinen Räume zieht. Sie stellt den Krug behutsam hin, verliert sich kurz in ihrem Sinn. Die Welt erscheint so klar und klein, als dürfte alles friedlich sein. ⸻ [Verse 2] Ein Kästchen ruht auf ihrem Tisch, so fremd und doch so wunderbar. Sie öffnet es mit zarter Hand, als läge darin ein fernes Land. Ein goldenes Funkeln füllt den Raum, fast wie ein lang vergess’ner Traum. Sie staunt und fragt sich leis’ dabei: „Für wen kann solcher Reichtum sein?“ ⸻ [Pre-Chorus] Ein Herz, das wenig je begehrt, wird plötzlich von dem Glanz berührt. Doch zwischen Freude und Verlangen liegt ein Weg, noch unbegangen. ⸻ [Chorus] Gold kann das Auge hell erfreu’n, doch nicht das Herz von Sorge befrei’n. Ein Schmuckstück glänzt im Kerzenschein, doch wahre Liebe kauft man nicht ein. Die Treue trägt ein stilles Kleid, nicht Kronen und Kostbarkeit. Wer seinen Wert im Herzen kennt, bleibt reich, auch wenn kein Gold mehr glänzt. ⸻ [Verse 3] Sie singt von einem alten König, der seiner Liebe ewig treu. Von einem Becher, still bewahrt, bis an des Lebens letzte Fahrt. Die Melodie erfüllt den Raum, wie ein vergangener Lebenstraum. Sie weiß noch nicht, was kommen mag, doch Hoffnung lebt in jedem Schlag. ⸻ [Bridge] Die alten Lieder tragen mehr als Worte aus vergang’nem Meer. Sie spiegeln wider, still und klar, was einst gewesen und noch war. Man hört sie nur mit offenem Herz, durch Freude ebenso wie Schmerz. Und manchmal zeigt ein altes Lied, wohin des Lebens Reise zieht. ⸻ [Final Chorus] Gold vergeht mit Wind und Zeit, doch Treue trägt die Ewigkeit. Ein Lied klingt weiter, leis’ und rein, selbst wenn die Stimmen längst vergeh’n. Noch ahnt sie nichts vom Sturm der Welt, der bald ihr stilles Leben fällt. Sie lächelt in das Kerzenlicht – und kennt ihr kommend Schicksal nicht. ⸻ [Outro] Die Flamme tanzt im Abendwind, die Sterne über ihr beginnen. Ein Lied verklingt in stiller Nacht, und etwas Neues ist erwacht.