
Steig nieder von den heilgen Höhen, Wo in Verborgenheit Du thronst; Lass uns, o Bramah, lass uns sehen, Dass Du noch immer bei uns wohnst! Soll Deines Lichtes Sonne weichen Jetzt von Dscholamandela's Höhn, In Dschalawan Dein Stern erbleichen Und im Verschwinden untergehn? Spreng Deines Grabes Felsenhülle, Kalidasa, steig aus der Gruft, Und komm in alter Macht und Fülle Zum Thuda, der Dich sehnend ruft! Soll der Bramahne schlafen gehen, Die Sakundala in der Hand, Soll er den Zauber nicht verstehen, Der ihn an Deine Schöpfung band? Des Himalaja mächtger Rücken Steigt aus dem Wolkensaum hervor, Und der Giganten Häupter blicken Zum Ewgen demutsvoll empor. Ihn preist des Meers gewaltge Woge, Die an Kuratschi's Strand sich bricht Und in des Kieles lautem Soge Von ihm erzählt beim Sternenlicht. Ihn preist des Kilau Ea Tosen, Das jedes Herz mit Graun erfüllt, Wenn aus dem Schlund, dem bodenlosen, Das Feuermeer der Tiefe quillt. Ihn preiset des Suakrong Stimme, Die donnernd aus den Dschungeln schallt, Wenn er im wilden Siegesgrimme Die Pranken um die Beute krallt – Und ewig war er, eh die Flosse Des grausigen Geulodon Im Urweltmeer der riesengroße Ichthyosaurier geflohn. Und ewig bleibt er und wird wohnen In nie geahnten Sonnenhöhn, Wenn Weltengenerationen Durch ihre Urkraft neu erstehn. Und Herr ist er. Vom Eiseslande, Wo träg zum Meer die Lena zieht, Bis weithin, wo am Felsenstrande Der Wilde dem Yahu entflieht. Und Herr bleibt er. Im Sternenheere Erblickst Du seiner Größe Spur, Sein Fuß ruht in dem Weltenmeere, Und sein Gesetz ist die Natur. Wo die Almeah kaum die Lieder Der nächtlichen Bhowannie sang, Tönt in die stillen Ghauts hernieder Der Kriegstrommete heller Klang. Die duftenden Thanakafelder Zerstampft der Rosse Eisenhuf; Der Phansegar flieht in die Wälder, Vor seiner Feinde Siegesruf. Des Ganges Welle muss sie tragen Bis hin zu Shiwa's heilgem Ort, Und ihre Feuerboote jagen Die gottgeweihten Tiere fort. Halt ein! Wollt Ihr Gott wahrhaft finden, O, so verwischt nicht seine Spur! Der Zweifel muss und wird verschwinden: Den Schöpfer kennt die Kreatur. Sucht ihn im sphärischen Akkorde, Im großen Weltzusammenhang! Dort öffnet sich des Himmels Pforte, Aus der sein Ruf hernieder klang. Doch Ihr beschweret Eure Flügel Mit Eures Irrtums Tyrannei. Ihr schäumt und knirschet in die Zügel Und glaubt in Ketten Euch noch frei. Dann einet sich zu einem Strome Die Menschheit all von nah und fern Und kniet anbetend in dem Dome Der Schöpfung vor dem einen Herrn. Dann wird der Glaube triumphieren, Der einen Gott und Vater kennt; Die Namen sinken, und es führen Die Wege all zum Firmament!

