
Strophe 1 Die Nacht hängt schwer an den Kaminen, der Himmel zieht in dunklen Bahnen. Unter uns verstummen Hallen, die sich noch an Feuer erinnern. Rost trägt plötzlich goldne Ränder, Stahl bekommt ein zweites Gesicht, und auf den höchsten alten Türmen steht wie eine Krone Licht. Was hier einmal Stunden zählte, Schichten, Hände, Rauch und Zeit, steht jetzt schweigend in den Farben einer anderen Wirklichkeit. Pre-Chorus Vielleicht kann etwas enden und trotzdem weiter bestehn. Vielleicht muss erst alles schweigen, damit wir seine Größe sehn. Refrain Wo die Riesen weiterglühen, wenn kein Feuer mehr sie nährt, zieht das Blau durch ihre Adern, als ob nichts verloren wär. Wo die Riesen weiterglühen, unter einem fremden Mond, trägt die Nacht auf ihren Schultern, was am Tage niemand schont. Und für einen Augenblick wird aus Vergangenheit Licht. Strophe 2 Drei gewölbte alte Körper stehen Schulter an Schulter da, wie Maschinen ohne Schlafen, wie Monumente aus Metall. In der Ferne atmen Werke, weißer Rauch zerfällt im Wind, während grüne Neonkränze über toten Essen sind. Straßen schneiden durch das Schweigen, kleine Lampen halten Wacht. Und die Stadt liegt weit dahinter, als gehörte sie zur Nacht. Pre-Chorus Hier oben werden Jahre kleiner, hier unten bleibt ihr Abdruck stehn. Was Menschen bauten, um zu bleiben, muss irgendwann alleine gehn. Refrain Wo die Riesen weiterglühen, wenn kein Feuer mehr sie nährt, zieht das Blau durch ihre Adern, als ob nichts verloren wär. Wo die Riesen weiterglühen, unter einem fremden Mond, trägt die Nacht auf ihren Schultern, was am Tage niemand schont. Und für einen Augenblick wird aus Vergangenheit Licht. Bridge Vielleicht ist Schönheit nur das Echo von etwas, das verschwinden muss. Vielleicht ist jede letzte Farbe schon ein stiller Abschiedsgruß. Doch solange diese Türme noch den schwarzen Himmel teil'n, kann ein Rest von all den Jahren zwischen ihren Mauern bleiben. Breakdown Kein Hammer. Kein Ruf. Kein Feuer unter Stahl. Nur Wolken, die ziehen, und Farben überall. Und plötzlich wirkt das Schweigen größer als der Lärm zuvor. Finaler Refrain Wo die Riesen weiterglühen, trägt die Nacht ihr letztes Kleid. Grün und Violett auf Narben, Gold auf abgelegter Zeit. Wo die Riesen weiterglühen, muss nichts werden, was es war. Manche Dinge bleiben größer, wenn ihr Ende längst geschah. Und wenn morgen alle Farben wieder aus den Mauern fliehn, weiß die Nacht noch, wie die Riesen weiterglühn. Outro Der Morgen wird sie grau erzählen. Doch heute Nacht sind sie aus Licht.

