[Intro] (Eine einzelne Tagelharpa zieht eine tiefe A-Drohne. Nach zwei Takten setzt eine schwere Rahmentrommel auf 1 und 3 ein. Das Cello fügt eine dunkle, tragende Linie hinzu, bevor eine tief gestimmte Low Whistle das Hauptthema anstimmt.) [Strophe 1] Am Haddebyer Noor, wo das Schilf sich neigt, Ein Machtzentrum friedlich gen Himmel steigt. Wo das Brackwasser leise am Ufer bricht, Trat die Stadt aus dem Schatten ins Licht. Langkiele gleiten durch das graue Schlei-Tal, Vom Wiking erkor’n als ein Handelssaal. Kein Schildwall aus Holz, der nur Fehde kennt, Sondern Fleiß, der die Welten verband. [Strophe 2] Der Danewerk-Wall zieht die Grenze im Grün, Wo Friesen und Dänen und Sachsen erblühn. Ein steinernes Band, das den Reichtum bewahrt, Vor des Kellers Schwert und der Könige Fahrt. Im Schutz dieses Walls wuchs die Siedlung empor, Ein eisernes Netz vor des Nordens Tor. Grubenund Hallenhaus dicht aneinander gereiht, Geprägt von der Seele der Wikingerzeit. [Refrain] Haithabu, Knotenpunkt fernab der Zeit, Wo die Schlei sich dem Meer und dem Händler geweiht! Silber und Bernstein, Seide und Stahl, Ein Echo des Nordens im windigen Tal. Die Zünfte verhallten, das Feuer erlosch, Doch im Schlick ruht der Geist, den die Welle begoss. [Zwischenspiel] (Das Tempo bleibt stetig bei 92 BPM. Die Percussion wird dichter durch den Einsatz von Holz-Klappern und Rasseln. Die Violinen spielen eine klagende, vielschichtige Melodie über dem rhythmischen Fundament der Tagelharpa.) [Strophe 3] Der Kamm macher schnitzt aus dem Geweih eine Form, Der Schmied trotzt am Amboss dem eisigen Sturm. Geprägtes Hacksilber wiegt die Waage exakt, Wenn der Kaufmann aus Birka die Kisten auspackt. Ob Fracht aus Byzantium, Keramik vom Rhein, Oder Glas aus dem Süden – hier strömte es ein. Ein Markt ohne Gleichen, ein Treffpunkt der Welt, Wo der Wert eines Mannes durch Wort und Gut zählt. [Strophe 4] Doch das Schicksal der Städte ist flüchtig wie Rauch, Veränderung tilgt jeden menschlichen Brauch. Der Überfall Haralds, der Brände Gestank, Als der Stolz der Händler im Ascheregen sank. Schleswig erwachte am nördlichen Strand, Und Haithabu sank in das schweigende Land. Die Stege zertreten, die Schiffe verbrannt, Vom dichten Geestgras allmählich überrannt. [Refrain] Haithabu, Knotenpunkt fernab der Zeit, Wo die Schlei sich dem Meer und dem Händler geweiht! Silber und Bernstein, Seide und Stahl, Ein Echo des Nordens im windigen Tal. Die Zünfte verhallten, das Feuer erlosch, Doch im Schlick ruht der Geist, den die Welle begoss. [Bridge] (Die Musik wird leiser, fast intim. Nur noch Cello-Akkorde und eine hauchige Low Whistle begleiten einen gesprochenen Gesang) Sieh heute den Halbkreis, im Grün noch zu sehn, Wo einst tausend Menschen vom Tausche bestehn. Kein Hornruf ertönt mehr, kein Frachtschiff zieht ein, Und doch lebt der Traum unter Gras und Gestein… [Outro] (Die Instrumente setzen nach und nach wieder voll ein, gipfeln in einem letzten, kraftvollen Refrain-Motiv und klingen langsam über die Tagelharpa-Drohne aus, bis nur noch der Wind zu hören ist.)