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Regel 10 Hör erst hin

V6

[Intro] [Instrumental] [Verse 1] Am Kiosk an der Ecke, kurz vor Ladenschluss, Herr Kaya zählt das Wechselgeld, der Bus wirft Staub und Ruß. Zwei Nachbarn reden gleichzeitig, jeder kennt den Plan, ich seh den alten Gärtner, der kaum noch stehen kann. Er hebt nur eine Augenbraue, deutet auf den Hof, wo ein rostiges Tor klemmt und ein Kind nach Hilfe ruft. Ich halt den Mund, geh rüber, pack die schwere Stange an, manchmal sagt ein stiller Blick, was kein Vortrag sagen kann. [Pre-Chorus] Ein Satz bleibt liegen, wenn man ihn nicht gleich zertritt, man hört die halbe Wahrheit oft im Atemzug dazwischen. [Chorus] Hör erst hin, bevor du deine Antwort gibst, lass ein bisschen Platz für das, was du noch nicht siehst. Jede Stimme trägt ein Stück von ihrem Weg, und wer zuhört, merkt, wohin der Wind sich dreht. Hör erst hin, dann weißt du, was zu tun ist, manchmal ist Verstehen mehr als jedes große Wort. [Verse 2] Am nächsten Morgen steht der Gärtner vor dem Tor, zeigt auf die kleinen Hände, die es gestern kaum noch schoben. Er sagt: „Der Junge kommt hier jeden Tag vorbei, seine Mutter arbeitet spät, er wartet oft allein.“ Also stell ich eine Bank hin, schraub das Scharnier zurecht, Kaya bringt zwei Limonaden, und der Junge lacht echt. Kein großer Plan, kein Händedruck fürs Abendblatt, nur drei Leute, die bemerkt ham, was der vierte nötig hat. [Bridge] Nicht jedes Schweigen heißt, dass nichts zu sagen bleibt, manchmal wird ein neuer Anfang erst im Zuhören reif. [Chorus] Hör erst hin, bevor du deine Antwort gibst, lass ein bisschen Platz für das, was du noch nicht siehst. Jede Stimme trägt ein Stück von ihrem Weg, und wer zuhört, merkt, wohin der Wind sich dreht. Hör erst hin, dann weißt du, was zu tun ist, manchmal ist Verstehen mehr als jedes große Wort. [Outro] Am Kiosk geht das Licht aus, der Bus fährt um die Kurv’, und auf der Bank vorm Hof sitzt jetzt ein kleiner Junge. (Yeah, ganz ruhig.) Erzählt wird nicht nur mit Worten.