
Felix: Immer noch hier!
[OPENING – early morning in the empty practice, light and relaxed] [FELIX] Tja... Liam ist wieder da, unser Reisender! Gestern Abend im Papp hat er ungefähr drei Stunden gebraucht, um uns von seiner Reise zu erzählen. Und ich glaube, er war noch nicht mal bei der Hälfte. [music rises] Er hat uns von Paris erzählt. Von Rom. Von Wien. Von Lissabon. Und von einem kleinen Restaurant in Florenz, in dem er unbedingt Italienisch sprechen wollte. Er bestellte sehr selbstbewusst. Was genau, weiß er bis heute nicht. Aber der Kellner brachte ihm zwei Teller Suppe und eine Flasche Rotwein. [small amused pause] Liam meinte: „So schlecht kann mein Italienisch nicht gewesen sein. Der Wein war ausgezeichnet.“ [short musical smile] Und ich saß da und dachte: Genau so. Genau so hab ich mir das vorgestellt. [VERSE – the smile slowly fades] Nicht die zwei Teller Suppe. Nicht den guten Wein... Die Geschichten! Dieses Leuchten in seinen Augen, wenn er von einer kleinen Stadt erzählt, deren Namen er gestern noch nicht kannte. Von einem Bahnhof, an dem er beinahe den falschen Zug genommen hätte. Von Menschen, die gestern noch Fremde waren. Von diesem Gefühl, morgens aufzuwachen und nicht genau zu wissen, was der Tag bringen wird. [PRE-CHORUS – first real singing] Ich hab immer gesagt: "Dann eben später..." Als wäre SPÄTER ein Ort, den man irgendwann erreicht. Als müsste man nur lange genug warten, und irgendwann steht da ein Schild: Da vorne. Noch ein kleines Stück. Dann bist du da. [CHORUS – warm, melodic, restrained] Doch wie lange ist später? Ein Monat? Ein Jahr? Wie oft kann man sagen: „Noch nicht. Aber bald.“ Wie viele Morgen fangen genauso an wie dieser? Wie lange ist später, bevor später "zu spät" wird? [SHORT INSTRUMENTAL – piano, restrained orchestra] [FELIX – quieter, noticing the calendar] Ein Jahr. [Pause] War das wirklich schon ein Jahr? Komisch. Ein Jahr klingt gar nicht besonders lang, solange man nicht darauf wartet. [VERSE – honest, no self-pity] Und das Verrückte ist: Ich mag es hier. Ich mag diese Praxis. Ich kenne jedes Knarren im Fußboden. Ich weiß, wer zu früh kommt, wer grundsätzlich zu spät kommt und wer nur einen Termin macht, weil er eigentlich jemanden zum Reden braucht. Ich mag Kilmoor Bay. Ich mag mein Leben. Ich bereue keinen einzigen Tag. Keinen... [Music becomes more vulnerable] Nur manchmal frage ich mich, wie viele Tage noch übrig sind, bevor aus später "niemals" wird. [CHORUS – larger now, but never bombastic] Wie lange ist später? Wie oft kann ein Traum noch einen Sommer warten? Wie oft kann man einen Koffer im Kopf schon packen und ihn trotzdem nicht vor die Tür stellen? Ich hab immer geglaubt, die Welt wartet auf mich. Vielleicht tut sie das sogar. Aber wie lange kann ICH auf sie warten? [BRIDGE – almost spoken, bare piano] Vielleicht passiert es einfach nicht. [Pause] [Music becomes more vulnerable] Vielleicht gibt es Menschen, die von der Welt träumen … .. und trotzdem immer zu Hause bleiben werden. Und vielleicht bin ich EINER davon. [long pause] [FINAL – very quiet] Die Welt läuft nicht weg. Das hab ich immer gesagt. [long pause] Aber was ist mit mir?? [Silence] [SOUND / MUSICAL CUE – the practice door opens] Wollen wir aber die Patienten nicht länger warten lassen. [Felix: very friendly, greeting!] Mr. Murphy?? Guten Morgen! Kommen Sie rein. [END]


