
Wenn ich abends zur Ruhe komm, hetz ich nicht, setz ich mich und schreibe an meinem Sekretär auf Büttenpapier – meinen Wunsch zu Papier mit Feder und heiliger Tinte. Den leg ich dann ins Feuer , dass von einem Drachen entzündet, auf uraltem Wissen gründet, da, wo der Bach in den heiligen Flusse mündet. Es frisst das Schreiben, Stück für Stück , sehe zu, wie die Flamme leckt, wie es giert, alles schwarz verziert, schau den Funken, dem Rauch hinterher, wie er, in Spiralen gleich sich himmelwärts dreht, verweht und mein Wunsch am Himmel steht, IM Himmel steht. Mein Wunsch wird wahr, wunderbar, wundersam wirksam gleichsam manifestiert. Sanguis draconis unter schweren Eichen Ranarum ova, zur Zeit wenn Rana laichen Der Südwind erweckt mein verborgenes Kind Bringt mich zu dem Ort wo ich und ich und ich zusammen sind. Mein Manifest steht stark und klar, am Firmament, wo ER jeden Wunsch schon kennt, erkennt und seinen Wert benennt. Bewertet nicht in Dukaten oder Heller, sein Blick ist heller, tiefer, durchdringender aus dem All allüberall. Ich richte mich aus, sitze auf dem Fell, grell leuchten meine Totem durchzogen von dem Odem meiner Ahnen, geordnet durch Intuition. Frischer Froschlaich in klarer sakraler Schale, gravierte Runen in Amethyst – noch bin ich der Aktivist, der Analyst. Alles ist bereit, die Feder des Condors, der Schamane schwors, aus den Anden geweiht von den Anderen, druidische Trommel, gefertigt nach der Unterweisung der Druiden aus Haitabu, kein Tabu, Blut vom Drachen stellt die Wachen gegen Schimären und Medusa, als Looser gegen meinen Schutz, meine Trutz unter alten Eichen, seit tausenden Jahren Femeiche, wo das Urteil fällt, meines gesprochen wird, Copal gebrochen wird. Myrrhe, Palo Santo werden entzündet an diesem Orte der Wunder, wo der Hort der Götter ist. Sanguis draconis unter schweren Eichen Ranarum ova, zur Zeit wenn Rana laichen Der Südwind erweckt mein verborgenes Kind Bringt mich zu dem Ort wo ich und ich und ich zusammen sind. Meine Chanunpa Wakan, mein Kalumet, gefüllt mit Kräutern der Heimat, für den Bezug, fertig zum Zug, ich ziehe, atme ein. Warm wird meine Brust, mein Herz, mein Verstand tritt zurück, das erste Stückchen Glück, ein erster Blick, ich atme aus , mein Hauch streift über’s Fell, [ Hörbares langes anhaltendeds Ausblasen des Atems] ein Blitz, [ ein Blitz schlägt ein] geblendet, ich muss nicht mit Pupillen sehn, nicht auf Unwillen besteh‘n, Flottillen drehen bei, und gehen auf mystische Reise. Sanguis draconis unter schweren Eichen Ranarum ova, zur Zeit wenn Rana laichen Der Südwind erweckt mein verborgenes Kind Bringt mich zu dem Ort wo ich und ich zusammen sind. Sie sind um mich versammelt, die flimmernden Gestalten, pures Licht, Phosphor gleich, aurareich, schwebend nehmen sie mich auf die Reise, zu der Quelle, rausgerissen aus meiner Zelle, aus meinem Körper über Moos geht’s los, ein Uhu lautlos über mir, kaum bewegend, patronus, mein animal potentiae – mein Geisttier. Die Geister die ich rief, herauf, aus dem Feenreiche unter dieser Femeiche, erscheinen fröhlich und lachend, Kobolde und Gnome erwachend im Zwischenreich, keine Schlangen zischeln kalt. Meine Kraft wird wach, ich seh mein Potenzial, geborgen und bewacht, geboren mit Bedacht, hat ER die Wacht, ich erkenne sein Auge, ewig auf mir ruht, zur Ruhe ich gelange, keine Bange keine Angst hat mich noch im Griff Sanguis draconis unter schweren Eichen Ranarum ova, zur Zeit wenn Rana laichen Der Südwind erweckt mein verborgenes Kind Bringt mich zu dem Ort wo ich und ich und ich zusammen sind. Drammmm, drammmm, dramm dramm

