
[Intro – Spoken] „Du solltest nicht alles öffentlich machen.“ Sagt man mir heute. Vielleicht. Aber warum eigentlich nicht? [Verse 1] Dreiundfünfzig Jahre Leben, zweite, dritte Reihe, irgendwo dazwischen. Erst die anderen, dann das Leben, mich selbst hab ich oft vergessen. Ich hab getragen, organisiert, funktioniert, wenn nichts mehr ging. Eine Stimme hatte ich im Beruf, dort wurde gehört, wer ich bin. Man hat mich bewundert. Doch heute frag ich mich: Wofür eigentlich? Dafür, dass ich funktionier? [Pre-Chorus] Heute schreibe ich. Über Liebe, Wut und Angst, über Fehler, Menschen, Träume, über alles, was mich nie losließ. Und wieder höre ich: „Du solltest nicht alles öffentlich machen.“ [Chorus] Warum eigentlich nicht? Es ist mein Leben, meine Sicht. Ich sage nicht, ich weiß es besser, meine Wahrheit ist nicht deine Pflicht. Ich will niemanden belehren, steh über keinem, klage niemanden an. Nach dreiundfünfzig Jahren hör ich mir selber endlich zu. Das ist meine Geschichte. Das ist meine Stimme. Vielleicht war sie viel zu lange still. [Verse 2] Ich war wichtig für Entscheidungen, für Verantwortung, fürs Weitermachen. Menschen sahen meine Stärke, während ich mich selbst vergaß. Zweite Reihe, dritte Reihe, vielleicht manchmal gar keine. Nicht weil andere mich dorthin stellten, ich stellte mich oft selbst zur Seite. Und jetzt werden aus Gedanken Worte, aus Erinnerungen werden Lieder. Nicht um gestern festzuhalten — vielleicht finde ich so nach vorne. [Chorus] „Mach nicht alles öffentlich.“ Warum eigentlich nicht? Ich schreibe keine Urteile, ich schreibe meine Sicht. Die schönen und die schweren Kapitel, meine Fehler gehören auch dazu. Ich will mich nicht größer machen, ich will nur endlich ich sein dürfen. [Bridge – Spoken] Vielleicht gehört manches nur mir. Vielleicht gehört manches auch anderen. Das verstehe ich. Aber meine Gefühle? Meine Gedanken? Was all diese Jahre mit mir machten? Warum sollte ich darüber schweigen? Ich schreibe nicht, um euch zu erklären, wie man lebt. Ich versuche gerade erst, mein eigenes Leben zu verstehen. [Final Chorus] Vielleicht sollte ich nicht alles öffentlich machen. Doch ich werde auch nicht mehr alles verstecken. Nicht von oben herab. Nicht besserwissend. Nicht wichtiger als andere. Nur endlich nicht mehr weniger wichtig. Denn mit dreiundfünfzig bin ich noch lange nicht fertig. Da sind noch Träume, noch Wünsche, noch Leben. Und vielleicht sind diese Lieder nicht der Blick zurück. Vielleicht sind sie mein Weg nach vorn. [Outro – Spoken] Zweite Reihe. Dritte Reihe. Lange genug. „Du solltest nicht alles öffentlich machen.“ Vielleicht. Aber das hier ist meine Geschichte. Und endlich hat sie meine Stimme.

