
Zwei Millionen Freibetrag
Die, die von Zinsen leben und den Schnitt machen, müssen endlich an die Kasse und eine Weltvermögenssteuer zahlen — ab 2 Millionen pro Person, für Ehepaare ab 4 Millionen Freibetrag. [Guitar Solo] Um 5 Uhr 48 vorm Supermarkt, die Rollis noch feucht vom Nebel, ich zieh den Schlüssel aus der Jacke, drück das Kaugummi vom Schloss, Kaffeemaschine brummt im Nebenraum, der Becherdeckel klemmt noch schief, nach kaltem Plastik und Waschmittel riecht die Luft, die Türen ziehen schwer, im Rücklauf klackern Pfandbons, und der erste Kunde fragt nach Kippen. [Bass Solo] Die, die von Zinsen leben und den Schnitt machen, müssen endlich an die Kasse und eine Weltvermögenssteuer zahlen — ab 2 Millionen pro Person, für Ehepaare ab 4 Millionen Freibetrag. Der Scanner piept zu früh, die Waage spinnt bei den Tomaten, ich zähl Wechselgeld aus dem Fach, zwei Euro in Zehnern, fünf in Cent. [Roland Keyboard Solo] Die, die von Zinsen leben und den Schnitt machen, müssen endlich an die Kasse und eine Weltvermögenssteuer zahlen — ab 2 Millionen pro Person, für Ehepaare ab 4 Millionen Freibetrag. Zwischen Kühlregalbrummen und dem trockenen Rascheln der Kassenrollen Wer hier die Türen aufzieht, ist längst in der Frühschicht, und um 14 Uhr 12 zählt dieselbe Person noch die Münzen. Wer trägt dieses Land wirklich? [Drums Solo] Die, die von Zinsen leben und den Schnitt machen, müssen endlich an die Kasse und eine Weltvermögenssteuer zahlen — ab 2 Millionen pro Person, für Ehepaare ab 4 Millionen Freibetrag. Der Kaffee ist leer, das Fax streikt, und die Kasse frißt den Bon, vorne drückt jemand auf die Scheibe, hinten brennt das Telefon, der eine will’s sofort, der nächste fragt, warum der Rabatt nicht geht. [Brass Solo] Zwischen Paletten und Prospekten bleibt kein Platz zum Durchatmen, nur Hände mit trockener Haut, das Piepen, das Klacken, der Blick auf die Uhr. Die, die von Zinsen leben und den Schnitt machen, müssen endlich an die Kasse und eine Weltvermögenssteuer zahlen — ab 2 Millionen pro Person, für Ehepaare ab 4 Millionen Freibetrag. [Saxophone Solo] Die Frühschicht, die Kassen, den ganzen Laden, der ohne sie nicht läuft. [Bridge] Oben sitzen sie hinter Milchglas, mit Büros wie Tresoren, die Hände im Geld, die Türen doppelt verriegelt. Ihre Zahlen sind Mauern, kalt und fensterlos, Konten auf Distanz, Namen nur noch auf Listen. Kein Blick nach unten, nur Codes und Spalten, kein Eingang ohne Karte, kein Raum ohne Schloss. Während draußen der Frost an den Kanten frisst, ziehen sie die Jalousien runter und zähl'n weiter. Die, die von Zinsen leben und den Schnitt machen, müssen endlich an die Kasse und eine Weltvermögenssteuer zahlen — ab 2 Millionen pro Person, für Ehepaare ab 4 Millionen Freibetrag. [Guitar Solo] Wer jeden Monat gerade so durchkommt, darf nicht noch tiefer gedrückt werden. Und oben? Da sitzen sie auf Vermögen, Konstrukten und Schlupflöchern. Die, die von Zinsen leben und den Schnitt machen, müssen endlich an die Kasse und eine Weltvermögenssteuer zahlen — ab 2 Millionen pro Person, für Ehepaare ab 4 Millionen Freibetrag. [Bass Solo] Nicht die Leute mit leeren Konten. Nicht die, die seit langem am Limit laufen. Sondern die, die Besitz auftürmen, Gewinne abschöpfen und sich vor jeder Pflicht wegducken. [Saxophone Solo] Die, die von Zinsen leben und den Schnitt machen, müssen endlich an die Kasse und eine Weltvermögenssteuer zahlen — ab 2 Millionen pro Person, für Ehepaare ab 4 Millionen Freibetrag. Wer am meisten nimmt, muss am meisten geben. Punkt. Das ist Gerechtigkeit. [long instrumental outro., fading outr] Gesellschaftskritischer Southern-Blues über Arbeit, Vermögen und Steuergerechtigkeit. Die Geschichte beginnt in einer frühen Supermarkt-Frühschicht und stellt den Alltag der Menschen an der Kasse dem Leben großer Vermögen gegenüber. Der Song fordert eine globale Vermögensteuer mit 2 Millionen Euro Freibetrag pro Person und 4 Millionen für Ehepaare. Ein Stück über soziale Verantwortung, Verteilung, Gerechtigkeit und die Frage: Wer trägt dieses Land wirklich?

