
Den Tod im Aug tanzt du über Wiens Dächer, sahst die Menschen schon als Kind von oben, und die Welt von innen, wie einen Farbfächer. Reagierst auf Katastrophen ohne zu zwinkern, nimmst alle Idioten unter dein Dach, gleich und ungleich werden mit dir zu Trinkern. Dein Erleben reicht drei mal um die ganze Welt, du kennst mehr Tragik als Gott sehen mag. und was du mit dir schleppst, hat er nie gewollt. Deine Äste reichen weit in den Himmel, in die Weite und alle Dimensionen darüber hinaus, dein Herz schlägt nach oben, dir geht die Luft nicht aus. Was mich angeht, ich bin mit dir ganz anders. ...als ich die letzten Jahre war. Dein kleiner Finger bohrt Loch für Loch in die Wände meines Panzers. Du erinnerst mich an meine Flügel, die ich mir selbst geschmiedet und dann verloren hab. Es gab Zeiten, da konnt' ich fliegen, wie ging das nochmal...? Ich geh in die Weite, nenn es Breite, aber meine Tiefe ist hoch, ich wein vor Glück und lach mich langsam tot. Ich kenn eine Hand voll Menschen so gut, dass ich meistens lieber alleine bin, und will trotzdem geliebt sein, voller Glut. Vielleicht ist es gut, und ebenso ungenehm, nicht nur die Äste, sondern auch die Wurzeln auszustrecken, etwas tiefer zu gehen... Meine erste Hochzeit war der einsamste Tag meines Lebens, auf meine zweite folgten Frauenhaus und Schläge, du verstehst vielleicht, warum ich dir nicht trau. In deiner Wiege muss ein Zaubertrank ausgelaufen sein, ich spür, wie du mich um all deine Finger wickelst, und es dabei aus ganzem Herzen nur gut zu meinen scheinst. Aber du könntest mein Herz nicht brechen, ehe du mich brichst. Ohne Vertrauen spring ich nicht. Und wenn ich springe, hält mich nichts. Ich bin ein Quantenmagnet im Herzen, loyal bis zum Schluss, ich sterbe alleine, wenn die Liebe sagt, dass es sein muss. Lieber alt, reich und allein als kalt, einsam und leer. Schatten und Licht vermischen sich am Rand. Freiheit, Sicherheit, Verlassen, Verlust, alles eins am Schluss... Vielleicht gibt es Hoffnung, wenn nicht, was dann? Vielleicht verstehst du mich, vielleicht auch nicht... Ich spür nur, ich brauche dich, aber ich wehre mich, vielleicht heirat' ich dich, vielleicht küss ich dich. aber... ganz ehrlich, lieber wär's mir, du küsst mich...

