FUNDBÜRO UM 03:17 [Intro] Drei Uhr siebzehn, Neonlicht flimmert Keiner mehr da, nur der Staub der noch schimmert Die Stadt schläft tief, doch hier unten im Raum Wird aus verlorenem Zeug plötzlich ein Traum [Verse 1] Da steht ein Koffer ohne Ziel ohne Gleis Mit Narben aus Paris und Flecken aus der Schweiz Neben ihm ein Schirm, halb krumm, halb kaputt Sagt: „Ich kenn jeden Regen, Bruder, glaub mir, ich muss.“ Ein Schlüsselbund lacht: „Ihr wart nie wirklich frei, ich hab Türen geöffnet, ihr wart nur dabei.“ Ein Handy ohne Akku erzählt von einer Frau Die schrieb: „Komm bitte zurück.“ Doch die Antwort kam nie genau. Die Neonröhre summt wie ein Chor ohne Gesicht Und der Aufzug singt Bass aus dem Schacht ins Nichts. [Refrain] Wir sind die Dinge, die keiner mehr sucht, Zu lange vergessen, zu oft schon verflucht. Wir tragen Geschichten in Stoff und Metall, Von Liebe, von Fehlern, vom grossen Knall. Wir sind die Stimmen vom Rand dieser Welt, Das was verloren ging, wenn Erinnerung fällt. [Verse 2] Die einzelne Socke macht auf Philosoph, „Vielleicht ist mein Zwilling jetzt König auf einem Hof.“ Der Koffer rollt los: „Du spinnst doch komplett.“ Der Schirm sagt: „Beruhigt euch, wir sitzen im selben Brett.“ Ein Ticket von früher erzählt von Berlin, Von zwei jungen Herzen und zu viel Benzin. Ein Ring ohne Finger liegt still auf dem Tisch Und sagt: „Manche Versprechen vergisst man nicht.“ Die Wände hör’n zu, jeder Kratzer kennt Namen, Hier lagern nicht Sachen, hier lagern Dramen. [Refrain] Wir sind die Dinge, die keiner mehr sucht, Zu lange vergessen, zu oft schon verflucht. Wir tragen Geschichten in Stoff und Metall, Von Liebe, von Fehlern, vom grossen Knall. Wir sind die Stimmen vom Rand dieser Welt, Das was verloren ging, wenn Erinnerung fällt. [Bridge] Und plötzlich fragt jemand: „Wer hat hier wen verloren?“ Stille. Selbst das Neonlicht friert. War es der Mensch, der den Koffer vergass? Oder der Koffer, der noch immer auf ihn wartet? [Final Refrain] Wir sind die Dinge, die niemand versteht, Weil alles vergeht, doch Erinnerung bleibt. Wenn morgens die Tür zum Fundbüro aufschwingt, Sind wir wieder nur Sachen. Bis die Nacht uns erneut zum Leben bringt.