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Sommernacht Poesie Ep. 5. Wind unter den Flügeln

STUDIO

[Strophe I] Der erste Strahl zerbricht die Nacht, legt Gold auf Tau und Blätter. Ein Vogel hebt den Kopf im Gras, als rief ihn etwas weiter. Noch schläft die Welt in ihrem Nest, noch schweigt der letzte Stern. Doch seine Brust bebt viel zu laut, als hielt sie ihn nicht gern. [Pre-Chorus] Ich sah ihn dort, so klein, so wach, im jungen Licht des Tages. Und fragte mich, ob Freiheit wohl zuerst wie Unruh klagt. [Refrain] Denn wer den Himmel einmal hört, der kann die Erde nicht behalten. Wer Wind unter den Flügeln spürt, will keine Mauern mehr verwalten. Er fliegt nicht, weil er fliegen kann. Er fliegt, weil etwas in ihm brennt. Und jeder, der nach Freiheit sucht, kennt diesen Zwang, den niemand nennt. [Strophe II] Man sagte einst, ein Junge flog zu nah an Sonnenfeuer. Doch vielleicht war nicht sein Stolz der Preis, nur seine Sehnsucht teuer. Vielleicht sah er in jedem Licht die Möglichkeit zu leben. Vielleicht war Fall nur jenes Wort, das wir dem Aufbruch geben. [Pre-Chorus II] Denn wer nur bleibt, wo Schatten sind, verlernt vielleicht das Sehnen. Doch wer zu hoch nach Wahrheit greift, muss auch die Tiefe sehen. [Refrain] Denn wer den Himmel einmal hört, der kann die Erde nicht behalten. Wer Wind unter den Flügeln spürt, will keine Mauern mehr verwalten. Er fliegt nicht, weil er fliegen kann. Er fliegt, weil etwas in ihm brennt. Und jeder, der nach Freiheit sucht, kennt diesen Zwang, den niemand nennt. [Strophe III] Der Vogel steigt ins Morgenrot, als müsste er es finden. Als läge hinter jedem Blau ein Ort, wo Wunden schwinden. Die Luft wird weit, der Wind wird Hand, die Strömung trägt ihn weiter. Und für den Bruchteil einer Welt scheint alles leichter, leichter. [Bridge] Ich bleibe unten. Sehe ihm nach. Und spüre doch denselben Drang. Nicht in den Armen. Nicht im Rücken. Doch irgendwo mein Leben lang. Ein Ziehen fort von allem Alte Ein Hunger nach dem offenen Raum. Ein leises Nein zu jedem Käfig. Ein Ja zu jedem viel zu großen Traum. [Final-Refrain] Denn wer den Himmel einmal hört, der kann die Erde nicht behalten. Wer Wind unter den Flügeln spürt, will keine Mauern mehr verwalten. Wir fliegen nicht, weil wir sicher sind. Wir fliegen, weil uns etwas ruft. Und manchmal ist der freie Fall nur unser erster Atemzug in neuer Luft. [Outro] Der Vogel wird ein dunkler Punkt im hellen Morgenbogen. Ich weiß nicht, ob er wiederkehrt. Ich weiß nur: Er ist geflogen.