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Irgendwo im Leben Teil1 (Storytelling)

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V6

mmmhh Heute Morgen roch die Luft nach Regen, obwohl es gar nicht geregnet hatte. Auf dem Fenstersims lag eine Kastanie. Keine Ahnung, wie sie da hingekommen war. Ich nahm sie in die Hand, sie war noch kalt von der Nacht. Unten vor dem Haus, stand eine Frau im Bademantel und suchte etwas in ihrer Mülltonne. Neben ihr wartete ein kleiner schwarzer Hund. Der sah mich an, als wüsste er genau, was ich hier oben mache. Ich winkte. Er wedelte einmal, dann ging die Frau mit ihrer Mülltonne davon, als wäre das völlig normal. Später auf dem Weg zur Arbeit war die Straße noch feucht. Die Sonne kam zwischen den Häusern hervor und legte sich warm auf meine Unterarme. An der Ampel stand ein Mann mit einem Blumenstrauß in der Hand. Die Blumen sahen aus, als hätten sie es eilig. Der Mann nicht. Er schaute auf seine Uhr, steckte sie wieder weg und lächelte plötzlich. Einfach so. Vielleicht hatte er gerade eine Nachricht bekommen. Vielleicht war sie auch schon gestern gekommen. Im Bäcker roch es nach Kaffee und diesem warmen Papier, in dem das Brot nach Hause getragen wird. Hinter mir sagte ein Kind: „Mama, warum sind Brötchen morgens immer kleiner?“ Die Mutter wusste es auch nicht. Sie sagte: „Das kommt dir nur so vor.“ Das Kind dachte kurz darüber nach. „Dann bin ich wohl größer geworden.“ Und da stand ich mit meinem Kaffee in der Hand und musste lachen. Am Nachmittag lag ein einzelnes Blatt mitten auf dem Gehweg. Es war grün. Kein Herbstblatt, kein vertrocknetes Ding. Einfach grün. Ich blieb stehen. Rundherum lagen nur graue Steine, Zigarettenkippen und kleine Sandhaufen, die jemand mit seinen Schuhen aus dem Baustellenrand getragen hatte. Das Blatt bewegte sich nicht. Obwohl Wind ging. Ich ging weiter. Nach vielleicht fünfzig Metern war der Wind plötzlich weg. Nur für diesen einen Abschnitt. Als hätte jemand eine unsichtbare Tür geschlossen. Später saß ich auf einer Bank. Neben mir stand ein Fahrrad, dessen Vorderreifen langsam Luft verlor. Pfffft. [Pause] Pfffft. Ein Mann kam vorbei, hörte es, blieb stehen und pumpte den Reifen auf. Ohne zu fragen. Danach fuhr er weiter. Das Fahrrad gehörte ihm nicht... Über den Bäumen wurde der Himmel langsam orange. Irgendwo bellte ein Hund. Eine Tür fiel zu. Jemand lachte auf einem Balkon. Und in einem Fenster gegenüber stand eine Frau und goss eine Pflanze. Sie goss viel zu lange. Das Wasser lief schon unten aus dem Topf. Sie bemerkte es nicht. Oder vielleicht war es ihr gerade egal. Ich blieb noch eine Weile sitzen. Die Bank war warm von der Sonne. An meinem Schuh klebte ein kleines Stück Gras. Ich ließ es dort. Für den Heimweg. Als ich später durch die Straße ging, gingen in den Häusern nach und nach die Lichter an. Ein Fenster nach dem anderen. Gelb. Blau. Warm. Hinter einem sah ich jemanden tanzen, ganz allein in einer Küche. Nur drei Schritte hin und her. Dann blieb er stehen und sah in den Kühlschrank. Ich musste wieder lachen. Vielleicht war das alles. Vielleicht auch nicht. Ich ging weiter, mit dem Gras am Schuh und der Kastanie noch in meiner Jackentasche. Die Luft war inzwischen kühl. Aber meine Hände waren noch warm. Und irgendwo hinter den Häusern fuhr ein Zug vorbei. Man konnte ihn nicht sehen. Nur hören. Für einen Moment klang es so, als würde die ganze Stadt, ganz langsam irgendwohin fahren. Der Mond hing heute Nachmittag über dem Supermarkt. Viel zu früh. Niemand schien das merkwürdig zu finden... Ein Junge schob seinen Einkaufswagen rückwärts durch den Parkplatz und erzählte seinem Vater, dass Fische bestimmt frieren, wenn sie nachts schlafen. Der Vater sagte nichts. Neben ihnen öffnete sich eine Autotür und ein Schwall warmer Luft kam heraus, es duftet nach Pommes, Stoff und diesem billigen Vanilleduft, den man manchmal in Autos riecht. Ich hatte eigentlich nur Milch gebraucht. Am Ende kam ich mit sechs Orangen nach Hause, einem Schraubenzieher und einer Geschichte über einen Mann, der seit zwölf Jahren behauptet, sein Briefkasten könne Gedanken lesen. [fade out] ************************************ Urheberrecht/Copyright: Der Versenflechter ************************************ Du findest uns Storytellerz auf Discord: 𝗦𝘁𝗼𝗿𝘆𝘁𝗲𝗹𝗹𝗲rZ (deutsche Community STTZ): https://discord.gg/storytellerz Einzigartige Suno-Künstler, witzige Unterhaltungen im Chat vorprogrammiert^^ Hilfe zu Suno, uvm... einfach eine tolle Community. Schau einfach mal rein ^^