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Die guade oide Zeit - 20.01.2005

Die guade oide Zeit „Heut is die guade oide Zeit von morgen“ Des hod da Karl Valentin gsagt. Heut sehn wir die Dinge von der Heutewarte aus, selbst Generationen vor uns haben auch nichts anderes gesehn, wenn`s des selbe wie wir heute gsehn ham. Die Heutewarte ist die Vergangenheitsschiene des größten Bavaricus Bavarian Philosophicus, dem gestern schon so kaum jemand seine Gegenwart als Zukunft für morgen verkaufen konnte. Die nach eahm ham über sei Gegenwart gsagt, des war no in da guaden oiden Zeit. Heut wird`s historisch für die die heut noch geboren werden und uns nicht im Heute gekannt ham, aber dann des selbe sehn, wenn`s nicht den Kopf einziehn, wos mia heut sehn. Aber sie moanan, unsere Zeit sei etwas unschuldiger, freier oder sonstwas. Die Genialität die ich keinem Philosophen zutraue, außer dem der mei Sprache fast scho ohne Worte spricht. Heut, schaun`S, Sie sind der Teil von dieser morgigen, guaden oiden Zeit und wenn`s Eahna heut schlecht geht, wenn Eahna heut die Probleme wia s´Wasser bis zum Hois stehn, sie am liebsten abtauchen datn, wenn einfach koa durchgängiger Lebensrthythmus sich einstellen möchte, ganz ruhig, irgendwer hod des scho übersehn und stellt fest „Mei früher, des war de guade oide Zeit.“ Es soll ja diese Feststellung geben, grad weil ma selber so drin gsteckt is in dem Gott sei Dank vorübergegangenen Gestern. Es ist die Zeit der wenigen Worte, die wirklich bis ins Morgen reichen. „Heut is die guade oide Zeit von morgen.“ Der Karl Valentin wär in der guaden oiden Zeit beinahe verhungert, wenn ned eine gscheide Erkältung dem Hunger und der Ausgemerkeltheit ausgholfen hätt.