Das Angeln nach Glück Ich sitz mit der Angel am Ufer des Meeres, und suche im Wasser nach Resten von Glück, fernab aller Städte, des Autoverkehres, will ich das Gefühl echten Frohsinns zurück. Mein hauchdünner Faden aus alten Gedanken, Erinnerungsstücken und mancher Idee, gelangt in den Wellen entschieden ins Wanken, bis Winde vergehen am Rande der See. Das Lockmittel ist die Essenz meiner Reise, der Kern meines Wesens: Das pochende Herz, mit dem ich am Felsen, mal laut und mal leise, Momente erlebe aus Liebe und Schmerz. Ich hülle es achtsam in Schichten aus Skepsis und senke den Haken nun unter die Gischt, vielleicht spürt ein Meerfräulein tiefes Bedürfnis und zeigt mir am Ufer ihr goldenes Licht. So sitze ich hier seit Jahrzehnten bis heute, den rauschenden Strom weiten Meers unter mir, die Angel gespannt auf der Suche nach Freude mit Schwermut, die schimmert wie blauer Saphir.