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Gedicht von der Trauerweide

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V6

Gedicht von der Trauerweide. Vor meinem Fenster, windzerzaust, verneigt die Weide sich im Regen Indes mein Herz vor dem Morgen graust, Tanzt sie, dem dunklen Sturm entgegen. Ich hörte ihren Blätterklang und suchte darin meine Klagen Ich wähnte Trauer im Gesang, Als...... müsste sie mein Schicksal tragen. Da regt sich in mir jäher Spott Du gibst ihr erst den Namen Trauer! Sie fleht aber um keinen Trost von Gott Sie wächst aus Erde, Wind Und Schauer. Da bricht ein Ast mit hartem Laut, Die Weide muss sich tiefer neigen Doch unter ihrer rauen Rindenhaut Steigt Saft empor zu jungen Zweigen. Ich wollt immer wie ein Fels nur sein, Unangefochten von den Jahren Ich schloss das eigne Werden ein, Um mich vor allem und jenem zu bewahren. Sie aber beugt sich, ohne Schmach, Und hebt sich, wenn die Stürme schweigen Kein, Warum ich?, hält sie noch wach, Kein falscher Stolz verbietet Neigen. Da sah ich durch das Fensterglas Nicht sie wars, die sich selber quälte. Ich war es, der sein Leben maß An jeder Wunde, die er zählte. Der Morgen kam, die Weide stand, Gebeugt, und doch nicht unterlegen. Ich löste meine starre Hand ....Und trat hinaus in Wind und Regen.