
Rettungsboot (New Best?)
(Verse 1) Der Platz klingt wie ’ne Bühne, jeder redet, keiner hört, jeder ist ein Prophet, der sich selbst die Welt erklärt. Freiheit kommt in Akten, abgestempelt und sortiert, während jemand googelt, was das Grundgesetz diktiert. Der Bäcker schreit nach Grenzen, der Banker nach Profit, der Lehrer will Veränderung, der Schüler kommt nicht mit. Die Rechten woll’n die Tore zu, kein Fremder kommt hinein, die Linken zieh’n die Leitern ein — damit alle unten bleib’n. Und mitten in dem Lärm, wo sich keiner mehr versteht, wird die Sehnsucht nach ’nem König wieder beängstigend konkret. (Chorus) Die Demokratie ein Rettungsboot, wir stimmen ab im Kreis, wer rudert, wer ist schuldig, und wer friert im kalten Eis. Dann steht da einer lächelnd, wie ein Kapitän im Licht, und sagt: „Euer Problem ist nicht die Welt — ihr denkt zu viel, mehr nicht.“ Der Witz ist viel zu harmlos, doch genau das ist das Ding, wenn einer nach dem andern das Lied vom König singt. (Verse 2) Die Welt wird immer schneller, jeder Schritt viel zu viel, jede Antwort bringt zehn neue Fragen ins Spiel. Man diskutiert sich fest, bis nichts mehr wirklich steht, und am Ende keiner weiß, worum es eigentlich geht. „Ihr wollt doch nur Ruhe, nichts weiter als das, gebt mir nur die Macht — und ich regel euch das.“ Und plötzlich klingt Kontrolle wie ein Kompromiss — wenn die Angst groß genug ist, dass man Freiheit vergisst. (Chorus) Die Demokratie ein Rettungsboot, wir stimmen ab im Kreis, wer rudert, wer ist schuldig, und wer friert im kalten Eis. Dann steht da einer lächelnd, wie ein Kapitän im Licht, und sagt: „Euer Problem ist nicht die Welt — ihr denkt zu viel, mehr nicht.“ Der Witz ist viel zu harmlos, doch genau das ist das Ding, wenn einer nach dem andern das Lied vom König singt. (Bridge) Und irgendwo im Rauch steh’n Gesichter bereit, die man aus Büchern kennt, aus vergangener Zeit. Sie sprachen von Ordnung, von Stärke, von Pflicht — und meinten am Ende doch immer nur sich. Sie gaben den Menschen, was diese verlangten: klare Antworten dort, wo Gedanken noch schwankten. Und jedes Mal, wenn die Menge so singt, beginnt das alte Lied, das nach Führern klingt. (Final Chorus) Die Demokratie ein Rettungsboot, wir stimmen ab im Kreis, wer rudert, wer ist schuldig, und wer friert im kalten Eis. Dann nimmt er still das Steuer, ohne Lärm, fast unbemerkt, und plötzlich wird aus Ordnung etwas, das uns hinter Mauern sperrt. Und was wie Klarheit schien, wird langsam zu Verzicht, bis einer nach dem andern merkt, dass er nicht mehr offen spricht. (Outro) Freiheit klingt wie Chaos, wenn keiner mehr lenkt — doch Ordnung wird gefährlich, wenn keiner mehr denkt.


