
Der Schiffbruch - Und siehe, aus der weiten Ferne
Und siehe, aus der weiten Ferne Zieht doch das Wetter schon heran. Es fliehen ahnungsvoll die Sterne Und der Passat wird zum Orkan. Da glühet in dem Wetterleuchten Der aufgeregten Wogen Gischt, Die, als ob sie zum Himmel reichten, Sich bäumen, dass es dampft und zischt. Da hängt die Wolke bis zur Welle, Der Himmel bis ins Meer herab. Da stürzt der Blitz, der tageshelle, Sich flammend in das feuchte Grab. Die Windesbraut, das Steuer höhnend, Reißt jäh die Barke mit sich fort. Gebeugt von ihrer Wucht, stürzt dröhnend Der Mast zu Deck und über Bord. Da höret man der Brandung Brausen. Schon glänzet durch die Nacht ihr Schaum. Ein Stoß – ein Schrei – und Wogen sausen Durch Leck und Luken in den Raum. Da sitzet an dem frühen Morgen Das Wrack am öden, fernen Strand, Da ruhet Alles wohl geborgen Tief unten in des Meeres Sand. Da liegt der Mensch mit seinem Hoffen, Mit all dem Glück, das ihm gelacht, In seiner besten Kraft getroffen Von einer einzgen Wettersnacht.

