
Als hätte es uns nie gegeben ( Radio Edit)
(Intro) (Ein schwerer, analoger Synth-Akkord bricht auf) (Vocal-Effekt: Klares Slap-Back Delay) Ein dummer Spruch? Nein, sie Lügen, ganz kühl... Sie tilgen das Land und ein ganzes Gefühl. (Strophe 1) (Rhythmischer Sprechgesang, treibender Bass) „Die DDR hat’s nie gegeben“ – so schallt es uns entgegen, ein Wisch mit dem Schwamm über 40 Jahre Leben. Die DDR ist weg, die Bücher im Müll, die Kulisse wird sauber, steril und ganz still. Als wär’n wir Geister aus einer Fabrik, ohne eigene Stimme, ohne eigene Musik. Sie bauen den Osten und die Menschen komplett um, und wer sich erinnert, der bleibt bitteschön stumm. (Refrain) (Explosiver Beat, feierliche Aufbruchstimmung) Als hätte es uns nie gegeben! Als wär das alles nur ein Traum! Sie streichen uns einfach aus der Zeit und dem Raum! Doch wir war’n real, wir war’n aus Fleisch und aus Blut, wir hatten die Tränen, das Glück und den Mut! Poliklinik, Ehekredit, sechzig Mark Miete – wir waren dabei! Ihr löscht die Bücher, doch ihr löscht nicht das Land, wo tief in uns drin eine Heimat entstand! (Strophe 2) (Beat bleibt druckvoll, messerscharfer Kontrast) Es läuft wie ein Uhrwerk, ein kognitives Spiel: Wer täglich nur „Mangel“ und „Diktatur“ liest, vergisst irgendwann viel. Man füttert das Gedächtnis mit Begriffen wie Zwang, bis das eigene Leben in den Hintergrund sank. Doch dann kommt das „Ach ja!“, wenn man alte Zettel liest, weil die echte Realität sich nicht so einfach schließt! fünfundfünfzig Pfennig Schulspeisung, ein sicherer Platz – das war kein Geschenk, das war unser Schatz! (Refrain) (Volle Energie, tanzbar, Chöre maximal präsent) Als hätte es uns nie gegeben! Als wär das alles nur ein Traum! Sie streichen uns einfach aus der Zeit und dem Raum! Doch wir war’n real, wir war’n aus Fleisch und aus Blut, wir hatten die Tränen, das Glück und den Mut! Poliklinik, Ehekredit, sechzig Mark Miete – wir waren dabei! Ihr löscht die Bücher, doch ihr löscht nicht das Land, wo tief in uns drin eine Heimat entstand! (Bridge) (Beat bricht auf, emotionale Weite durch warme Flächen-Synths) Man muss nichts verbieten, man lässt es einfach weg. Das Vergessen hat System und erfüllt seinen Zweck! Wer nichts mehr benennt, der vergleicht auch nicht mehr – dann bleibt die Schablone der Gegenwart leer. Doch Tamara hat uns damals schon gewarnt vor dem Schnitt: Wir lassen uns die Vergangenheit nicht amputier’n, Vorwärts jetzt - Schritt für Schritt! Unsere Stimmen bleibt laut, wenn die Fahnenpolizei anrollt, weil kein Mensch seine eigene Biografie belügt oder schmäht, wie ihr es gerne wollt! (Guitar / Synth Solo) (16 Takte absolut treibendes, energiegeladenes Synthesizer-Solo) (Refrain) (Höhepunkt, maximale Power, feierlich und stolz) Als hätte es uns nie gegeben! Als wär das alles nur ein Traum! Sie streichen uns einfach aus der Zeit und dem Raum! Doch wir war’n real, wir war’n aus Fleisch und aus Blut, wir hatten die Tränen, das Glück und den Mut! Poliklinik, Ehekredit, sechzig Mark Miete – wir waren dabei! Ihr löscht die Bücher, doch ihr löscht nicht das Land, wo tief in uns drin eine Heimat entstand! (Outro) (Beat reduziert sich auf den pulsierenden Bass, Slap-Back Delay auf der Stimme) Die größte Lüge ist das, was man verschweigt... Doch der Bullshit-Detektor im Herzen bleibt. (Chor haucht leise im Hintergrund): Wir war’n da... wir war’n real. (Letzter treibender Schlag, Echo verklingt)

