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Ich mag dich

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V6

[INTRO – QUIET, DEEP] Vielleicht mag ich Tiere deshalb lieber. Sie wissen nicht, wie man jemanden anlächelt und gleichzeitig verrät. [VERSE 1] Ein Hund kennt keine Hintertür, keinen Satz mit doppeltem Boden. Er kommt zu dir oder geht von dir weg. Aber er muss nichts vorspielen. Eine Katze faucht, wenn ihr was nicht passt. Keine falsche Freundlichkeit, kein Lächeln für den guten Eindruck. Da knallt es eben. Kurz. Ehrlich. Klar. Ich mag dich. Ich mag dich nicht. Mehr gibt es nicht. [CHORUS] Tiere wissen nicht, wie man jemanden reinlegt. Sie kennen keine Lüge, die wie Wahrheit klingt. Kein „Ich freu mich für dich“, während Neid dahintersteht. Kein „Du kannst mir vertrauen“, während man schon weiterredet. Wenn sie lieben, dann sind sie da. Wenn sie Angst haben, zeigen sie Angst. Wenn sie wütend sind, merkst du es. Vielleicht sind Tiere deshalb manchmal menschlicher als wir. [VERSE 2] Menschen lernen früh, wie man Gesichter trägt. Wie man freundlich nickt und sich trotzdem nicht versteht. Wir sagen: „Alles gut.“ Obwohl nichts gut ist. „Meld dich jederzeit.“ Und hoffen, dass keiner anruft. „Ich gönn dir das.“ Und fragen uns heimlich: Warum nicht mir? Wir nennen es Höflichkeit. Diplomatie. Erwachsensein. Vielleicht haben wir einfach verlernt, ehrlich zu sein. [BREAK – FEMALE, LOW] Ein Tier kennt keine Maske. [DEEP MALE CHOIR] Keine Maske. [FEMALE] Keinen Hintergedanken. [CHOIR] Keinen Hintergedanken. [MALE LEAD] Kein Lächeln mit einem Messer dahinter. [VERSE 3 – BUILDING] Natürlich kämpfen sie. Natürlich knurren sie. Natürlich gibt es Grenzen. Aber wenn ein Hund knurrt, weißt du wenigstens, woran du bist. Wenn eine Katze ihre Krallen zeigt, behauptet sie nicht gleichzeitig, deine beste Freundin zu sein. Da knallt es. Und danach? Abstand. Ruhe. Oder wieder nebeneinander liegen. Kein Screenshot. Kein Gerücht. Keine Geschichte, die bei jedem Erzählen ein bisschen größer wird. [CHORUS – STRONG] Ich mag dich. Ich mag dich nicht. So einfach könnte Ehrlichkeit sein. Kein vielleicht. Kein hintenrum. Kein Gift in schöne Worte gepackt. Ich mag dich. Ich mag dich nicht. Und wenn ich dich mag, bin ich da. Nicht nur, wenn du etwas für mich hast. Nicht nur, wenn andere zuschauen. Nicht nur, solange du funktionierst. [BRIDGE – QUIET] Vielleicht ist Treue gar nicht kompliziert. Vielleicht haben wir Menschen nur tausend Wörter erfunden, um nicht sagen zu müssen, was wir wirklich fühlen. [FINAL – BUILDING] Mein Hund braucht keinen Grund, sich über mich zu freuen. Meine Katze keinen Vorteil, um neben mir einzuschlafen. Sie fragen nicht, was ich besitze. Nicht, wen ich kenne. Nicht, ob ich gerade gewinne oder verliere. Sie kennen mich nicht aus Geschichten anderer. Sie kennen mich von dem, was ich bin. [FINAL CHORUS – MALE + FEMALE + DEEP CHOIR] Ich mag dich! [CHOIR] Dann bleib! Ich mag dich nicht! [CHOIR] Dann geh! Aber lächle mir nicht ins Gesicht und tritt nach mir, wenn ich mich umdreh. Keine Masken. Keine Spiele. Keine Lügen für Applaus. Vielleicht mag ich Tiere deshalb so sehr. Sie können beißen. Sie können kratzen. Sie können kämpfen. Aber eines können sie nicht: [BREAK] Falsch sein. [OUTRO – WHISPERED] Ich mag dich. Ich mag dich nicht. Ehrlich. Mehr brauch ich nicht.