
90/100 Stunden - 05.10.2001
neunzig zu hundert Stunden Wenn der Intendant des Bayerischen Rundfunks eine neunzig zu hundert Stundenwoche hat, so sagt meine Minni, habe ich eine hundertzehn Stundenwoche. Ebenso glaubt sie, dass ich in sieben Tagen eine acht Tagewoche habe. Im großen Bayerischen Rundfunk sitzen schlaue Köpfe und lange sitzen die Köpfe an ihren Plätzen, aber der Intendant übersitzt alle, eben neunzig zu hundert Stunden. Arme Intendantenfrau. Meine Dichtersfrau sagt, so sind die Männer wenn sie meinen, dass`s wer sind. Im großen hörbaren und sehbaren Bayerischen Rundfunk bemühen`s sich um die Hörer- und Sehergunst, das ist die Aufgabe. Von neunzig bis hundert, das ist die Spanne, um welche der Rest der Welt sich dreht. Meine Minni schaut mürrisch, wenn`s nach da Minni gegangen wär, hätt der Intendant des Bayrischen Rundfunks meinen letzten Gedichtband nicht bekommen. Von neunzig zu hundert, manchmal muss man über den Schatten springen, das steigert sogar die Kreativität. Der Nochintendant ist ab Januar Rentner, welches Verhältnis hat er dann? Hoffentlich schwinden die neunzig zu hundert Stunden. Im großen Bayerischen Rundfunk hocken wache Köpfe und wenn doch nur einer eins zu hundert erkennen könnte, dass ein baorischer Dichter oft ein- und ausgegangen ist, wenn auch nur zur Poststelle. Das Ziel, als Dichter den Rundfunk zu bereichern, ist bisher noch nicht aufgegangen. Einen Gruß an den Intendanten, ein Dichter wünscht eine hundert zu eins Rente. Der große Bayerische Rundfunk, was ist da schon ein kleiner Cafehausdichter? Manchmal ein Brieffreund eines Intendanten.

