Sonnenuhr Ein Lichtfaden sinkt aus Himmelsruh, aus einem Herzen, rot und weit, es schlägt wie eine innre Glut und macht die Stille weich Es blüht im Kreis aus Gold und Atem, ein Sonnenwort, das niemand spricht, und tropft als Liebe, leise, warm, hinab ins dunkle Erdgewicht. Dort steht der Baum im grünen Lauschen, die Wurzeln offen, still und tief, er trinkt das Licht, das fallen lernt, bis es in Rinde weiterlief. So wird, was brannte, Blatt und Schatten, was sehnte sich, wird Wachstumsspur. Zwischen Herz und Erde webt das Leben seine zarte Uhr.