
[intro] es war einmal ein kleines Tal, in dem die Farben rückwärts wuchsen. Rot war nicht gefährlich, sondern ein Zeichen für tiefe Umarmung, Blau war nicht traurig, sondern die Einladung zum Stillsein. Und mitten in diesem Tal lebte ein winziger, unscheinbarer Frosch. Er war kein gewöhnlicher Frosch. Er war Amor-Piercing-Frosch, geboren mit einem giftigen Pfeil im Herzen, den er niemals loswurde, weil niemand wagte, ihn zu küssen. Er saß oft auf seinem LSD-beschienenen Seerosenblatt und träumte von der Welt hinter dem Tal, von Flügeln, von Fliegen, von Farben, die man nicht sehen, sondern nur spüren konnte. Eines Tages kam ein Wesen durch den Tunnel der Zwischenzeit – eine Reisende, leicht barfuß, leicht barherzig, leicht verrückt. Sie hieß Gravianzia. Sie sah den Frosch, sah den Pfeil in ihm – und lachte. Nicht aus Spott. Sondern weil sie wusste, dass dieser Pfeil ein Portal war. Sie küsste ihn. Mit einem Kuss aus Bedingungslosigkeit. Und da geschah es. Der Frosch löste sich auf – aber nicht in Schleim oder Rauch – sondern in Flimmern. Zuerst verlor er seine Form. Dann gewann er Bedeutung. Und daraus wuchs ein neues Wesen: Ein Gravoling. Eine Schmetterfliege mit Fraktalflügeln, die in Frequenzen dachte und in LSD-Glimmern tanzte. Der Pfeil war nicht mehr Gift. Er war nun ihr Antrieb. Und Gravoling verließ das Tal. Nicht, weil es schlecht war. Sondern weil es sich erinnert hatte, dass Heimat dort beginnt, wo jemand sagt: „Ich seh dich.“ [finale]

