
„Schnee über Syrien / ثلج فوق سوريا“ (Deutsch / Arabisch) Strophe I – Der Schnee, der keiner ist (Deutsch) Der Schnee fällt wieder, weiß wie Unschuld, kalt wie Schuld. Er legt sich auf die Dächer, auf die Kinder, auf die, die nicht mehr wissen, wie Morgen schmeckt. Er fällt in die Gassen, in die Lungen, in die Nächte, die niemand überlebt. Arabischer Ruf – leise, brüchig يا الله… هذا الثلج يحرق عظامنا. Oh Gott… dieser Schnee verbrennt unsere Knochen. Refrain – Die Gefängnisse (Deutsch / Arabisch) Hinter Türen ohne Schlösser frieren Männer im Dunkeln. Nicht vom Winter. Vom Warten. Vom Wissen. Vom Nicht‑Wissen. ثلج… ثلج… ولا ضوء هنا. Schnee… Schnee… kein Licht hier. Strophe II – Die Zellen (Deutsch) Die Wände sind feucht, doch die Kehlen sind trocken. Die Namen verschwinden zuerst, dann die Stimmen, dann die Zeit. Manchmal schreit einer, nicht laut, nur lang. Wie ein Tier, das gelernt hat, dass niemand kommt. Arabischer Ruf – gebrochen, hoffnungslos نحن نعد الأنفاس… ليس الأيام. Wir zählen Atemzüge… nicht Tage. Refrain – Der Schnee bleibt (Deutsch / Arabisch) Der Schnee fällt weiter, auch wenn niemand mehr hinsieht. Er bedeckt die Straßen, die Körper, die Jahre. ثلج فوق سوريا… ولا نهاية. Schnee über Syrien… und kein Ende. Outro – Der letzte Atem (Deutsch / Arabisch) Wenn der Morgen kommt, soll er uns finden. Nicht als Schatten, nicht als Staub, sondern als Menschen. يا رب… دع هذا الليل ينتهي. Oh Gott… lass diese Nacht enden.

