
Der gefallene Trobador
[Verse 1] Einst zog ein junger Spielmann voller Träume durch das Land, die Taschen leer, der Magen auch, er war völlig abgebrannt. Auf einmal stand vor ihm ein finstrer Fremder in der Nacht die Stimme sanft, doch die Augen kalt, ein Diener dunkler Macht. Verlockend war sein Angebot zu erfüllen Jons Verlangen es gleichzutun den Trobadorn die auf grossen Bühnen sangen. Geschlossen wurd der Pakt und plötzlich wie von Zauberhand erzeugte Jon Gitarrenklänge, die man bis dahin nicht gekannt. [Prechorus] Er wollt nicht sehn, dass hinter dem Erfolg der Hexenmeister stand, der langsam seine dürre Hand um Herz und Geist ihm wand. [Verse 2] Erst langsam, dafür unaufhaltsam, wurd düster sein Verstand, die Stirn voll Schweiss, die Augen fiebrig, voll Grauen ungekannt. Dämonen in der Nacht, in seinem Kopf gehässig Stimmen, Schlaf findet er schon lang nicht mehr, es gibt kein Entrinnen. In ihm wächst die Verzweiflung, kein Wein, kein Weib ihm Frieden gibt, nicht einmal der Gitarrenklang, den er einstmals so geliebt. Und doch erneuert er den Pakt ein ums andere Mal, aus Ehrgeiz und aus nackter Angst verlängert er die Qual. [Prechorus] Es führt kein Ausweg aus dem Pakt, und wie er selber weiss - die Finsternis holt sich ihr Pfand, seine Seele ist der Preis. [Chorus] Bewundert und gefeiert wurd er einstmals überall, doch es kam wie's kommen musste, Hochmut kommt vor dem Fall. Nun hört hier sein Bekenntnis voll Reue, Schmerz und Leid, er weiß, er darf nicht hoffen, dass man ihm verzeiht. [Verse 3] Der schönen jungen Sängerin galt des Hexenmeisters Wut, sie wies ihn ab als Mentor, darum wollte er ihr Blut. Er bestimmte sie zum Menschenopfer für die Finsternis, zwang den Spielmann ihm zu helfen, auch wenn's dem das Herz zerriss. Jon führte sie zum Runenkreis, voll Verzweiflung war sein Blick, er verriet die Frau, die einst mit ihm geteilt Musik und Glück. Da brach ein gleissend Licht herein, durchbricht die Dunkelheit, zerstört den Kreis, verbrennt den Zaubrer, die Asche wird vom Wind verstreut. [Prechorus] Jon konnte fliehn, versteckte sich, vom Pakt war er befreit, doch was bis heut geblieben ist, sind Schuld und Einsamkeit. [Chorus] Bewundert und gefeiert wurd er einstmals überall, doch es kam wie's kommen musste, Hochmut kommt vor dem Fall. Zu mehren seinen eitlen Ruhm beging er die üble Tat, betrog er seine Freunde, gar schändlich sein Verrat. [Outro] Nun sitzt er fern von jeder Bühn' irgendwo in kalter Nacht und denkt oft an die Sängerin, die er dem Abgrund dargebracht. So tief die Scham, so groß die Schuld, niemals wird sie vergehn. Nie mehr wird er mit ihr sprechen, ihr in die Augen sehn. Drum gab er diese Verse mit der Bitte mir zur Hand, auf dass ich sie für ihn singe, wo er einstmals selber stand. Er weiß, er hat kein Recht zu hoffen, dass man ihm verzeiht, er will nur, dass ihr alle wisst - es tut ihm von Herzen leid.
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