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Vorwort 2007 01-03 - 29.12.2006

V5

Vorwort Das letzte Mal in diesem Jahr sitze ich an meinem Stammplatz im Cafe am Münchner Marienplatz. Gleich ist dieses bewegte Jahr vorbei. Was war das für ein Jahr, ein Jahr das schon sehr an die Substanz ging. Fast nichts war so wie die letzten Jahre und damit meine ich diese auferlegten Veränderungen oder allein schon diese zwanghaften Drohgebärden von Politik und Arbeitgeber. Unter dieses Jahr mache ich gerne einen Strich. Es gab auch Lichtblicke, ja für mich sogar richtige Ah ha Erlebnisse. Ich bin auch froh über die Gnade die in allem meiner Familie noch vergönnt ist, aber wie gesagt, für dieses noch und schon vergangene Jahr ein Strich darüber. Eins noch, selbst meine Cafehausstammtische haben sich vollkommen umgekrempelt und das hat auch wieder Luft geschaffen für neue Begegnungen. Es war ein Jahr das als Umbruch in meinem Verstand abgespeichert ist. Als politisch denkender Mensch war es auch ein Strich drunter Jahr und dieser Strich der zieht sich aus der momentanen Sichtweise ins Neue Jahr hinein. Ich denke jetzt ist es an der Zeit nach vorne zu blicken und die Gedanken vom letzten Jahr im letzten Jahr in den vier Bänden des letzten Jahres zu lassen. Da stehen sie, die Worte, und werden mich immer wieder erinnern, was dieses Zerbruchjahr kennzeichnete. Das kommende Jahr hat ja so viele Vorschusslorbeeren, dass ich mich getroffen fühle, im Reigen der Helaurufe auch ein Wort mitzuschicken. „Des wird ein Spaß.“ Nehmen Sie das so wie Sie mich kennen und kennen Sie mich noch nicht, dann warne ich schon mal vor mir selbst. Da ich keine Mehrheit im Blick habe, nicht an den Lippen von den Mediengurus hänge und auch keinen Gewinn zu verlieren habe, kann ich mich getrost um Kopf und Kragen reden wie schreiben. Letzteres erlaube ich mir wie mir der Schnabel gewachsen ist. Als waschechter Bayer im Münchner Geburtsmittelpunkt der er Sechziger Jahre Fünfundzwanzigsten April Neunzehnhundertsechundsechzig in der Maistraße geboren, bin ich sprachlich zutiefst mit den bayerischen Lauten verwachsen. Oder sagt man unzertrennlich verbunden? Ich bin`s und darum liebe ich diese Hin-und Hertauscherei meiner Sprache, denn das Hochdeutsche ist nun einmal ein wichtiges Bindeglied der Übersetzung von den Gedanken, die zumal im Bayerischen nicht den grenzüberschreitenden Anklang finden. Es ehrt mich, wenn so ganz Gscheide aus meinen Gedanken lesen und dann eine Sprache darüberlegen, so wie ich niemals reden würde. Ja das kommende Jahr ist für den Cafehausdichter ein kleines Jubiläumsjähr, seit Februar Zweitausend gehe ich in diese Cafe am Marienplatz, mit meinem gewohnten Blick auf das Münchner Rathaus. Mein Stammplatz ist für mich wie ein Beobachtungsplatz oder in der Jägersprache gesprochen eine Art Hochsitz. Man könnte sagen, das ist doch alles ein Quatsch. Was bringt es, sich Gedanken zu machen, sie niederzuschreiben und das alles abzuschreiben macht meine Minni, meine liebe Frau Fotos zu machen, diese dazuzubinden und schließlich die Gedichtbände zu verschenken? Welch ein Sinn steckt da dahinter? Er steckt eben dahinter und ist nicht für jeden gleich ersichtlich. Selbst meine drei Töchter Sechzehn, Fünfzehn und vierzehn Jahre alt spötteln ab und zu, wenn ihnen etwas nicht so hinausgeht wie beabsichtigt „…aber deine Gedichte, was das kostet, da tust du alles.“ Wirklich alles was mir in meinem Rahmen möglich ist und ich auch als sinnig erachte. Vielleicht könnten Sie mich auch schon längst von einer Bühne her kennen, aber da war meine Schranke immer der Bremsschuh, denn mich gibt`s eben nur mit allem. Mit allem heißt, mit allem was ich glaube, denke, bekenne, kritisiere und lobe. Ja und für solch einen Dichter war bisher die Zeit noch nicht da und das, obwohl ich dies schon seit Neunzehnhundertvierundachzig unternehme. Mit Fug und Recht traue ich mir zu sagen, Sie haben es mit einem durchaus schreib-und cafehauserfahrenen Dichter Münchens zu tun. Und jetzt ist ein Päuschen dran, in der ich meinen letzten Band für Zweitausendsechs binde und dem kommenden Band seinen technischen Rahmen setze, Titelseite und so weiter… Gruß aus`m Cafehaus Roland, a boarischer Dichter