[INTRO – FLÜSTERN / CHORAL] Zwischen zwei Ufern schläft ein schwarzer Fluss. Keiner baut eine Brücke, doch beide warten auf den anderen. --- [Male – TIEFER BARITON / LEISE] Ich sah dein Licht hinter fremden Fenstern brennen, und blieb im Schnee davor stehen. Du warst der Mond über meinem gefrorenen Meer, so nah, dass ich glaubte, ich könnte dich berühren. Doch meine Hände griffen nur nach Kälte. [Male – GESUNGEN] Ich bin der Schatten unter deinem Fenster, der jede Nacht zu deinem Himmel sieht. Du bist der Morgen, den ich nie besitzen werde, und trotzdem warte ich auf dich. --- [Female– WEIBLICHER SOPRAN / ZART] Du bist ein Vogel mit gebrochenem Flügel, der meinen Garten für den Himmel hält. Ich öffne die Tür, damit du nicht frierst. Doch hinter meinem Garten liegt ein anderes Meer. Und dort liegt mein Anker. --- [Male – INTENSIVER] Warum lässt du mich dein Feuer sehen, wenn meine Hände es niemals tragen dürfen? Warum klingt dein Name wie eine Glocke in einer Kirche, in der ich nicht beten darf? --- [Female – LEISE] Weil auch ein Stern nicht weiß, wem sein Licht gehört. Weil manche Wärme nur durch ein Fenster fällt und niemals ein Zuhause wird. Ich habe dir kein Morgen versprochen. Nur ein wenig Licht in der Nacht. --- [REFRAIN – DUETT] [Male] Ich bin das Meer, du bist das Ufer. [Female] Ich bin die Flamme, du bist der Rauch. [Male] Ich komme immer näher— [Female] Doch du darfst nicht bleiben. [Male] Aber warum zieht mich deine Küste an? [Female] Weil nicht jeder Weg, der nach Hause führt, für uns beide bestimmt ist. [Male] Wir stehen unter demselben Mond, doch schlafen unter anderen Sternen. [female] Du hörst meinen Herzschlag— doch er ruft einen anderen Namen. --- [Male – FLÜSTERND] Manchmal glaube ich, du bist nur eine Tür, die nie ganz geschlossen wurde. Und jedes Mal, wenn der Wind sie bewegt, beginnt mein Herz wieder zu hoffen. --- [Female – MELANCHOLISCH] Dann sei nicht der Wind. Denn ich kann nicht ewig eine Tür offenhalten, nur weil du davor wartest. --- [Male – GESUNGEN] Ich habe aus deinem Schweigen Gebete gemacht. Aus deinen Blicken Prophezeiungen. Aus einem einzigen Lächeln einen ganzen Sommer. Und jetzt erkenne ich— ich habe selbst den Himmel gemalt, an dem du nie versprochen hast zu bleiben. --- [Female – WEIBLICHER SOPRAN / BRECHEND] Und ich habe die Sonne nicht gelöscht, nur weil du im Schatten standest. Ich wollte dir mein Licht geben. Doch nicht mein Feuer. Ich wollte deine Hand halten. Doch nicht dein Leben mit meinem versprechen. --- [BRIDGE – Duett / langsam GESPROCHEN] [Male] Vielleicht war ich nur ein Schiff auf dem falschen Meer. [female] Vielleicht warst du eine Insel, die ich nie erreichen durfte. [Male] Vielleicht war unsere Zeit nur eine Tür zwischen zwei Wintern. [Female] Vielleicht. [Male] Und wenn ich bleibe? [Female] Dann wirst du zum Schatten deiner eigenen Hoffnung. [Male] Und wenn ich gehe? [female] Dann beginnt irgendwo ein neuer Morgen. --- [FINALER REFRAIN – GROSS / CHORAL] [Male] Ich bin das Meer, das deine Küste sucht. [female] Ich bin das Ufer, das dich nicht halten kann. [male] Ich trage deinen Namen durch die dunkelsten Nächte. [female] Und ich trage deine Erinnerung dorthin, wo sie niemanden verletzt. [DUETT] [female] Vielleicht ist Liebe nicht immer ein Ankommen. [male] Vielleicht ist Liebe manchmal nur der Mond, der zwei getrennte Wege für einen Augenblick mit demselben Silber bedeckt. [Male] Dann lass mich gehen. [female – whispered] Ich lasse dich gehen. [Male] Aber wenn ich zurückblicke— [female] Dann sieh nicht nach mir. [Male] Warum? [female] Weil hinter dir dein eigenes Leben wartet. --- [OUTRO – FLÜSTERN / DARK CHOIR] [male] Und wenn der Fluss irgendwann gefriert? [female] Dann wirst du hinübergehen. [male] Ohne dich? [female] Ohne mich. [Male – FLÜSTERND] Und wenn ich dich vermisse? [female] Dann denk daran:.... Nicht jeder Stern, den du liebst, ist dazu bestimmt, deine Nacht zu erhellen. [CHORAL – SEHR LEISE] Zwei Ufer. Ein Fluss. Ein Mond. Und eine Liebe, die niemals zur Brücke wurde.


