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Stille Schreie 2026 (Expanded)

V6

[Female - Intro] Schon wieder Sirenen, schon wieder das Licht Schon wieder ein Schmerz, der die Stille zerbricht Die Jahre vergehen, doch nichts ist vergessen Wir zählen die Narben, an denen wir messen Wie tief diese Wunden im Asphalt noch brennen Während Politiker feige vor Taten wegrennen Kein Einzelfall mehr, kein Zufall im Raum Aus Alltag wird Asche, aus Leben ein Traum [Instrumental] [Male - Rap 1] München im Februar, eisig und kalt Menschen auf Wegen aus nassem Asphalt Ein Motor heult auf, kein Bremsen, kein Halt Ein Stoßstangen-Aufprall mit voller Gewalt Zwei Menschen getötet, ein Kind an der Hand Der Mutter entrissen, das Blut an der Wand Sechsundfünfzig Körper, am Boden verstreut Ein Schock, der die Stadt und das Leben betäubt Bielefeld im Mai, draußen auf den Straßen Wo Menschen bei Musik an den Tischen saßen Ein Schatten tritt vor, holt die Klinge heraus Aus Lachen wird Panik, die Hölle bricht aus Zwei ringen um Atem, der Asphalt wird rot Sanitäter im Sprint, zwischen Leben und Tod Morgen liest du die Meldung kurz nebenbei Und das Leben geht weiter, als wär nichts dabei [Female - Chorus - Emotional Gesang] Wir hören die Stimmen, die verstummen im Wind Von den Opfern, den Toten, die vergessen sind Aus dem Schmerz, der in Schatten verweht Erheben wir uns, weil’s weitergeht Hört ihr das Schreien, das niemand mehr bannt? Wie viele Tränen erträgt dieses Land? Wir halten die Namen im Schein dieser Nacht Bis auch der Letzte im Schweigen erwacht [Male - Rap 2] Hamburg am Hauptbahnhof, dichter Verkehr Tausende Pendler, die Hallen nie leer Ein Mann zieht plötzlich die Klinge hervor Panische Schreie dringen gellend ins Ohr Menschen rennen panisch, Gepäck bleibt zurück Sekunden entscheiden über Leben und Glück Blut tropft auf die Schienen, das Flatterband rot Am Ende bleibt wieder nur Stille und Tod Friedland am Bahnsteig, ein Tag im August Liana spürt plötzlich die Angst in der Brust Ein Stoß aus dem Nichts vor den rollenden Zug Der ihr die Zukunft für immer zu Grabe trug Der Körper zermalmt unterm Stahl in Sekunden Und wieder reißt Wahnsinn unheilbare Wunden Und in Dresden die Bahn, wo ein Held sich stellt Bis er schwer verletzt zu Boden fällt [Female - Chorus - Emotional Gesang] Wir hören die Stimmen, die verstummen im Wind Von den Opfern, den Toten, die vergessen sind Aus dem Schmerz, der in Schatten verweht Erheben wir uns, weil’s weitergeht Hört ihr das Schreien, das niemand mehr bannt? Wie viele Tränen erträgt dieses Land? Wir halten die Namen im Schein dieser Nacht Bis auch der Letzte im Schweigen erwacht [Male - Rap 3] Ein Messer, ein Degen, fünf Menschen verletzt Nur weil sich Wahn auf den Straßen durchsetzt Eine Frau wird erstochen, der Täter eiskalt Dann folgt ein Schuss, das Ende seiner Gewalt Ein Kind sticht in der Pause auf sein Opfer ein Mit dreizehn schon Täter doch noch viel zu klein Silvester wird zum Krieg im Rauch dieser Nacht Der die Straßen im Hass zur Schlachtbank macht Berlin, Sommersonne, ein festlicher Tag Tausende lachten, ahnten nichts vom Anschlag Ein Motor heult auf, dann ein harter dumpfer Knall Drei Dutzend am Boden nach dem schweren Aufprall Eine Frau lässt ihr Leben, Schreie tief im Ohr Verzweiflung dringt gellend ins Trommelfell vor Und die Sprecher im Fernsehen verwalten die Zahl Als wäre das Schicksal der Menschen egal [Female - Chorus - Emotional Gesang] Wir hören die Stimmen, die verstummen im Wind Von den Opfern, den Toten, die vergessen sind Aus dem Schmerz, der in Schatten verweht Erheben wir uns, weil’s weitergeht Hört ihr das Schreien, das niemand mehr bannt? Wie viele Tränen erträgt dieses Land? Wir halten die Namen im Schein dieser Nacht Bis auch der Letzte im Schweigen erwacht [Male- Rap 4] Fünfundzwanzig, sechsundzwanzig – die Jahre ziehn fort Die Klingen und Räder von Ort hin zu Ort Statistiken glätten, was menschlich zerbricht Doch Zahlen verdecken die Gräber hier nicht Hinter jedem Bericht steht ein einsamer Tisch Und ein Blick, der im Dunkeln die Tränen verwischt Eine Mutter, die nachts an die Türklinke fasst Und erstickt an der endlosen, lastenden Last Von Hamburg bis Dresden, von München zum Rhein Soll dieses Verstummen Normalität sein? Ihr redet von Phrasen, von Schutz und von Recht Doch die Wirklichkeit draußen ist grausam und echt Wir vergessen nicht Namen, wir beugen uns nicht Wir bringen das Dunkel zurück an das Licht Solang unsre Lungen noch atmen im Takt Wird jede Sekunde beim Namen gepackt [Female - Chorus - Emotional Gesang] Wir hören die Stimmen, die verstummen im Wind Von den Opfern, den Toten, die vergessen sind Aus dem Schmerz, der in Schatten verweht Erheben wir uns, weil’s weitergeht Hört ihr das Schreien, das niemand mehr bannt? Wie viele Tränen erträgt dieses Land? Wir halten die Namen im Schein dieser Nacht Bis auch der Letzte im Schweigen erwacht [Instrumental] [Rap - Outro] Die Zeit nimmt die Bilder, doch niemals den Schmerz Die Namen gravieren sich tief in das Herz Wir tragen ihr Andenken durch die Gezeiten Kein Schweigen wird diese Zerstörung begleiten Nicht stumm, nicht gebrochen, wir stehen bereit Gegen jedes Vergessen in finsterer Zeit [Instrumental Outro, Fade Out]