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Man sieht nur mit dem Herzen

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V6

Als wir noch Kinder waren, war der Himmel riesengroß. Wir konnten stundenlang erzählen, und die Zeit lief einfach los. Ein Stein konnte ein Schatz sein, ein Karton ein Königreich. Und wir wussten ohne Worte, was uns glücklich macht und reicht. Dann lernten wir die Zahlen, lernten, was man haben muss. Wie man seine Träume einteilt und wann mit dem Spielen Schluss ist. Doch irgendwo auf einem Stern sitzt noch ein Kind und fragt uns leis: Warum zählt ihr all die Dinge, wenn ihr ihren Wert nicht kennt? Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche bleibt unsichtbar. Was wirklich zählt, kann keiner messen, und manches wird erst durch die Liebe wahr. Man sieht nur mit dem Herzen gut, auch wenn die Welt uns anderes sagt. Vielleicht liegt alles, was wir suchen, schon längst in dem, was uns berührt. Da war einmal eine Rose, nicht vollkommen, manchmal schwer. Sie verlangte viel Aufmerksamkeit, und er verstand sie oft nicht mehr. Er ging hinaus in fremde Welten, sah die schönsten Blumen blühn. Doch keine war wie diese eine, die er einst zurückgelassen hat. Denn es sind nicht nur die Blüten, nicht die Farben, nicht der Duft. Es sind all die kleinen Stunden, die uns miteinander verbinden. Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche bleibt unsichtbar. Was wirklich zählt, kann keiner messen, und manches wird erst durch die Liebe wahr. Man sieht nur mit dem Herzen gut, auch wenn die Welt uns anderes sagt. Vielleicht liegt alles, was wir suchen, schon längst in dem, was uns berührt. Ein Fuchs saß still im hohen Grase, ließ ihn erst nicht näher kommen. Denn Vertrauen wächst nicht plötzlich, es braucht Zeit, um anzukommen. Und sie saßen viele Tage immer etwas näher beieinander. Bis aus einem fremden Wesen einer wurde, den man kannte. Man kann tausend Menschen treffen, ohne wirklich nah zu sein. Und manchmal wird aus einem Fremden unser allerliebster Mensch. Doch wer jemanden ins Herz lässt, trägt auch etwas von ihm weiter. Selbst wenn eines Tages Wege nicht mehr nebeneinanderlaufen. Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche bleibt unsichtbar. Wir sehen manchmal nur die Oberfläche und übersehen, was uns nahe war. Man sieht nur mit dem Herzen gut, und vielleicht ist genau das wahr: Nicht alles, was wir sehen können, ist auch das, was wirklich zählt. Ich hab Menschen kennengelernt, die besaßen fast die Welt. Und sie konnten trotzdem sagen, dass ihnen irgendetwas fehlt. Andere hatten wenig, doch sie teilten, was sie hatten. Und ich fragte mich im Stillen, wer von beiden reicher war. Wir bauen Mauern um die Herzen, nennen Vorsicht dann Vernunft. Wir erklären unsere Sehnsucht mit Erfahrung und mit Angst. Doch vielleicht sind all die Dinge, die wir nicht erklären können, gerade jene, die uns zeigen, dass wir wirklich lebendig sind. Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche bleibt unsichtbar. Und wenn wir nachts die Sterne zählen, ist vielleicht einer für uns da. Man sieht nur mit dem Herzen gut, was wir lieben, bleibt uns nah. Denn nicht die Dinge, die wir besitzen, machen unser Leben wunderbar. Vielleicht wohnt in jedem Menschen noch ein Kind auf einem Stern. Das sich wundert über alles, das noch Fragen stellen kann. Das nicht wissen will, was etwas kostet, sondern warum es uns gefällt. Das nicht fragt, wem etwas gehört, sondern wer es mit uns teilt. Und vielleicht muss man nicht fortgehen, um die Welt noch mal zu sehen. Vielleicht reicht es, einmal stehenzubleiben und nicht gleich weiterzugehen. Eine Blume wirklich anzusehen, einem Menschen zuzuhören. Und sich Zeit für das zu nehmen, was wir sonst so leicht verlieren. Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche bleibt unsichtbar. Was wirklich zählt, kann keiner messen, und manches wird erst durch die Liebe wahr. Man sieht nur mit dem Herzen gut, auch wenn die Welt uns anderes sagt. Vielleicht liegt alles, was wir suchen, schon längst in dem, was uns berührt. Und wenn heute Nacht die Sterne über meinem Fenster stehn, werde ich für einen Augenblick die Welt mit anderen Augen sehn. Nicht als etwas, das ich haben, nicht als etwas, das ich messen muss. Sondern als ein großes Wunder, das man manchmal einfach lieben darf. Und irgendwo auf einem Stern sitzt ein Kind und lächelt still. Vielleicht, weil es längst verstanden hat, was ich noch lernen will. Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche bleibt unsichtbar.