Nein, jedem Wort misstrau’ ich sehr, ob Blatt, ob Schrift im Weltenmeer; zu oft ist’s nur die alte Mär, in neuen Farben dargebracht. Nach Göttern frag’ ich nimmermehr, die Welt ist blutig, kalt und schwer; statt Frieden wuchs ein wildes Heer, das über alle Grenzen lacht. Ein Blick auf’s Kreuz – es rührt sich nicht, der Glaube dient dem falschen Licht; man druckt ihn nieder, Schicht für Schicht, und feilscht ihn wie ein Händlergut. Ich bin nicht trüb, nicht wirr im Sinn, doch spür’, wie ich an Grenzen bin; ein nüchtern Herz, ein klarer Blick – und dennoch brennt in mir die Glut. Die letzte Schranke tret’ ich ein, mit stiller Wut und festem Sein; die Faust wird Hammer, hart und rein, und dennoch lächle ich dabei. Ich trag’ kein weißes Kleid im Wind, doch ring’ ich, wie es Menschen sind, um Zukunft, die mein eigen Kind nicht ohne Hoffnung übersteigt. Ihr ruht zu sehr, ihr seht es kaum, ihr schlaft im warmen Weltenraum, verstrickt im alten Herrschertraum, von Ketten golden fest umschmiegt. Ihr schaut – doch seht die Wahrheit nicht: Wir wandeln in gefangnem Licht, gehalten von des Glanzes Pflicht, der uns die Freiheit sanft verschwiegt.