
KAMERUN – Vielleicht ist jetzt die Zeit [Intro – ruhig, Klavier / afrikanische Percussion] Da war einmal eine Nummer in meinem Telefon, eine Tür, die offen stand. Kamerun. Ein paar Wochen, vielleicht länger. Arbeiten. Leben. Helfen. Lernen. Ich hab gesagt: irgendwann. Und irgendwann wurde Jahre später. Doch manche Träume verschwinden nicht. Sie werden nur leiser. ⸻ [Strophe 1] Ich hab so viele Jahre funktioniert, Verantwortung getragen, selten pausiert. Hab Menschen gehalten, wenn nichts mehr ging, weiß, wie wenig manchmal Hoffnung bringt. Ich kenne Nächte zwischen Angst und Licht, kenne den Blick, wenn ein Mensch Hilfe braucht. Und irgendwo tief in mir blieb dieser Gedanke: Da draußen wartet noch etwas auf mich. Nicht Urlaub, nicht Hotel, nicht irgendein Bild, das man nach zwei Wochen wieder vergisst. Ich will wissen, wie das Leben dort wirklich ist, wenn meine Welt einmal nicht die Mitte ist. ⸻ [Pre-Chorus] Die Kontakte waren da, ich ließ die Zeit verstreichen. Vielleicht aus Angst, vielleicht weil immer tausend Dinge wichtiger schienen. Doch was wäre, wenn ich heute einfach wieder fragen würde? Was wäre, wenn aus „irgendwann“ diesmal wirklich „jetzt“ würde? ⸻ [Refrain] Kamerun – vielleicht ist jetzt die Zeit, ein paar Wochen, vielleicht länger, ich bin bereit. Nicht um die Welt zu retten, nicht weil ich alles besser weiß. Ich will meine Hände geben und lernen auf dieser Reise. Afrika – eine andere Welt für mich, wo Hilfe wertvoll sein kann, doch genauso verändert sie mich. Arbeiten, leben, zuhören, verstehen, mit Menschen lachen und schwere Wege gehen. Vielleicht braucht es nur diesen einen Mut: „Hallo, erinnerst du dich noch an mich?“ Und vielleicht beginnt genau mit diesen Worten ein neues Kapitel für mich. ⸻ [Strophe 2] Vielleicht ein Krankenhaus, eine kleine Station, weniger Technik, dafür Improvisation. Vielleicht Wunden versorgen, Schmerzen lindern, Wissen teilen, begleiten, zuhören. Und vielleicht lern ich dort viel mehr, als jedes Lehrbuch mir jemals erklärt. Dass Hilfe nicht heißt, die Antwort zu kennen, sondern Menschen und ihre Wege anzuerkennen. Andere Straßen, andere Nächte, andere Sorgen, andere Kräfte. Und plötzlich wird aus „Ich will etwas geben“ ein gegenseitiges Lernen fürs Leben. ⸻ [Pre-Chorus] Ich hab die Nummer vielleicht nicht mehr, doch Menschen kann man wiederfinden. Eine Nachricht, eine Frage, und vielleicht öffnen sich alte Verbindungen. Was hält mich eigentlich noch zurück? Die Angst? Die Zeit? Der erste Schritt? Vielleicht wartet dieser Traum schon lange nur darauf, dass ich ihn endlich mitnehm. ⸻ [Refrain – größer] Kamerun – vielleicht ist jetzt die Zeit, ein paar Wochen, vielleicht länger, ich bin bereit. Nicht um die Welt zu retten, nicht weil ich alles besser weiß. Ich will meine Hände geben und lernen auf dieser Reise. Afrika – nimm mich für eine kleine Zeit, raus aus meinem Alltag, hinein in Wirklichkeit. Arbeiten, leben, zuhören, verstehen, Menschen begegnen und neue Wege sehen. Und wenn ich eines Tages wieder heimwärts flieg, bin vielleicht nicht ich diejenige, die am meisten Hilfe gibt. Vielleicht komm ich verändert wieder zurück, mit weniger „Muss“ und ein bisschen mehr Glück. ⸻ [Bridge – Musik wird ruhig] Ich muss nicht wissen, ob ich vier Wochen bleibe oder länger. Ich muss heute noch nicht wissen, wie alles funktioniert. Ich muss nur entscheiden, ob ein Traum ein Traum bleiben soll. Oder ob ich den Mut habe, diese eine Nachricht zu schreiben: „Hallo … es ist lange her. Gibt es noch eine Möglichkeit, bei euch mitzuarbeiten?“ ⸻ [Final Chorus – emotional / Chor im Hintergrund] Kamerun – vielleicht ist jetzt die Zeit, ich hab so lange gewartet, vielleicht bin ich jetzt bereit. Mit dem, was ich kann, und dem, was ich noch nicht weiß, für ein paar Wochen Leben auf einer völlig anderen Reise. Afrika – ich komme nicht, um dich zu verändern, vielleicht veränderst am Ende du viel mehr an mir. Ich möchte helfen, wo meine Hände gebraucht werden, und lernen von den Menschen dort und von ihrer Welt hier. Die Kontakte sind vergangen, doch der Traum ist noch geblieben. Vielleicht bedeutet Mut nicht, keine Angst zu haben. Vielleicht bedeutet Mut nur: trotzdem zu schreiben. ⸻ [Outro – leise] Kamerun. 🇨🇲 Ein paar Wochen. Vielleicht länger. Arbeiten. Leben. Helfen. Lernen. Vielleicht … ist irgendwann jetzt.

