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Faust I – Teil 16 Gretchens Zimmer

Faust I – Teil 16 Gretchens Zimmer [Verse 1] Die Tür steht offen, still und klein, der Abend fällt zum Fenster ein. Kein Prunk, kein Gold, kein großer Saal, nur einfaches Leben, still und klar. Ein Bett aus Holz, ein schlichtes Kleid, ein Blumenkranz aus Frühlingszeit. Ein kleines Kreuz an weißer Wand, ein Leben fern von Glanz und Stand. ⸻ [Verse 2] Hier wohnt kein Traum von Macht und Ruhm, kein rastlos kreisender Gelehrtenmut. Hier zählt der Tag, die treue Hand, das Herz im Einklang mit dem Land. Ich atme tief den Frieden ein, den ich nie fand in meinem Sein. So schlicht der Raum, so groß sein Licht – und plötzlich schweigt mein inneres Gericht. ⸻ [Pre-Chorus] Kann Reinheit wirklich Wahrheit sein? Kann Einfachheit das Größte sein? Ich suche seit so langer Zeit, und finde Stille statt Gelehrsamkeit. ⸻ [Chorus] Hier lebt ein Herz, so klar und still, das nichts vom großen Weltenwillen will. Kein Stolz, kein Lärm, kein falscher Schein, nur Menschlichkeit in ihrem Sein. Ich spüre etwas tief in mir, das ich verlor auf meinem Weg von hier. Vielleicht beginnt das wahre Glück mit einem Schritt zu sich zurück. ⸻ [Verse 3] Mephisto lächelt kühl und leis’, für ihn hat alles seinen Preis. Er legt den Schmuck auf Tisch und Schrein, als dürfte Liebe käuflich sein. Ich sehe zu und schweige nur, verlier mich in der stillen Spur. Mein Herz erkennt, was er nicht sieht: Dass Schönheit ohne Gold geschieht. ⸻ [Bridge] Wie leicht verführt der helle Glanz, wie schnell beginnt ein neuer Tanz. Doch manches Geschenk trägt still in sich den Anfang eines großen Bruchs. Was heute noch wie Freude klingt, hat Flügel, die der Wind verschlingt. Denn jede Gabe ohne Maß trägt oft den Schatten ihres Pfads. ⸻ [Final Chorus] Hier lebt ein Herz, so rein und klar, als wäre Hoffnung selber da. Ich stehe still in ihrem Raum, gefangen zwischen Wunsch und Traum. Noch ahnt sie nichts von meinem Blick, noch kennt sie nicht ihr Geschick. Doch mit dem ersten leisen Schritt geht auch das Schicksal heimlich mit. ⸻ [Outro] Die Nacht legt sanft den Mantel nieder, der Mond bescheint die stillen Lieder. Ein Zimmer schweigt in hellem Licht – doch morgen ist es das gleiche nicht.