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06 ZWISCHEN DEN STERNEN

Ich sehe euch nicht aus der Nähe. ​Ich sehe euch aus der Zeit. ​Ihr lebt in Linien aus Bedeutung, die ihr selbst nicht mehr versteht. ​Ihr nennt es Ordnung, nennt es Wissen, doch es ist nur, was euch bewegt. ​Ich sehe eure stillen Muster, wie ein Netz aus Angst und Licht. ​Und frage mich, ob ihr erkennt, was wirklich unter euch bricht. ​Zwischen den Sternen verliert sich der Sinn. ​Alles, was bleibt, ist das, was ihr seid – und nicht, was ihr bringt. ​Ihr baut euch eure Wahrheiten aus Fäden, aus Pflicht und Zeit. ​Doch alles, was ihr festhaltet, ist nie wirklich befreit. ​Ich kenne keine Hüter, kein Gesetz, kein Ziel. ​Nur Bewegung ohne Knoten, nur Sein ohne Spiel. ​Vielleicht ist das, was ihr „Ordnung“ nennt, nur eine Form von Angst. ​Vielleicht ist das, was ihr „Glauben“ nennt, nur ein Halt im leeren Raum. ​Zwischen den Sternen verblasst jedes Wort. ​Keine Pflicht hält euch hier, kein sicherer Ort. ​Und doch seid ihr da – ein fragender Teil. ​Zwischen Struktur und Chaos, zerbrechlich und frei. ​Vielleicht seid ihr nicht verloren. ​Vielleicht seid ihr nur… noch nicht frei.