Song Cover Image

Der Mann mit dem Einkaufswagen

V5

Ich hab ihn gesehen… Montag früh… vorm Supermarkt… Er hatte… keinen Plan – aber einen Einkaufswagen. Er stand da, barfuß im Nieselregen, sagte: „Ich geh heut einfach meinen Wegen“ Kein Ziel, kein Plan, nur ’ne alte Mütze, und ’n Einkaufswagen… als einzige Stütze. Da lag drin: ein Buch und ein kaputter Toaster, ein Schuh, ’ne Banane – und irgendwas aus Kloster. Ich fragte ihn: „Sag mal, was wird das hier?“ Er grinste nur und sagte: „Das entscheide ich mir“ Und ich dachte mir: Der Typ hat ’n Knall. Doch irgendwie… hat er mehr als wir alle. Er schiebt seinen Wagen durch die Welt, nimmt nur mit, was ihm grad gefällt. Kein Stress, kein Muss, kein „Du sollst“, einfach nur machen, wie du wollst. Er lacht und sagt: „Probier’s doch mal!“ Ein bisschen weniger „normal“, vielleicht bist du dann irgendwann, der Mensch, der wieder lachen kann. Er nahm mich mit auf seine kleine Tour, durch Straßen ohne Ziel, nur Gefühl und Natur. Wir klauten ’nen Apfel – also… er, nicht ich. Ich hab nur zugeschaut… ganz offiziell für mich. Er sprach von Freiheit, von Luft und Zeit, von Dingen, die man viel zu selten verzeiht. Und plötzlich war da dieses leise Gefühl, dass ich mein Leben grad zum ersten Mal spür. Und ich dachte mir: Vielleicht hat er recht, vielleicht ist mein „richtig“ einfach nur schlecht. Er schiebt seinen Wagen durch die Welt, nimmt nur mit, was ihm grad gefällt. Kein Stress, kein Muss, kein „Du sollst“, einfach nur machen, wie du wollst. Er lacht und sagt: „Probier’s doch mal!“ Ein bisschen weniger „normal“ Vielleicht bist du dann irgendwann, der Mensch, der wieder lachen kann. Am Abend kam die Polizei, ich dachte: „Jetzt ist alles vorbei…“ Sie sagten: „Herr Direktor, es ist Zeit“, und plötzlich stand ich da… und war nicht mehr bereit. Der Mann… mit dem Einkaufswagen… war der Chef vom ganzen Laden. Er schiebt seinen Wagen durch die Welt, weil ihm der ganze Laden gehört – wie bestellt. Kein Stress, kein Muss, kein „Du sollst“, er lebt einfach so, wie du’s nie wollst. Er zwinkert mir zu und sagt ganz sacht: „Manchmal ist verrückt… genau richtig gedacht“ Seitdem steh ich manchmal… vorm Supermarkt… Und warte… ob ich mich selbst wieder seh.