
[Strophe 1] Am Nachmittag steh ich an meinem Pult, wo ich mit ruhiger Geduld die Wünsche meiner Gäste entgegennehm, und um mich herum die Pagen die schweren Koffer tragen während das Foyer sich mit Gästen füllt, die kommen und gehen. Ein Gast spricht mich auf Englisch an, ob abends ein Wagen vorfahren kann. Ich nicke freundlich und sage ihm zu, der Wagen stehe pünktlich bereit. Er dankt mir lächelnd und geht hocherfreut. ich gebe kurz dem Wagenmeister Bescheid. [Strophe 2] Ich wende mich meinen Notizen zu, und wie jeder Concierge von meinem Rang ignorier ich den Trubel im Foyer gekonnt – doch meine Konzentration währt nicht lang: Denn der Adjutant des Generals von Ortha tritt durch die Menge an mein Pult heran. Kurz und bündig spricht er mich an: Der Herr General möchte mich sofort sehn. Dass er keine Widerrede dulde, gibt mir der Adjutant zu verstehn. So bleibt mir nichts, als mit ihm zu gehn. Ich schließe meine Notizen und trete hinter dem Pult hervor. Gemeinsam schreiten wir durchs Palmenzimmer und über die Treppe zum Rauchersalon empor. [Strophe 3] Im Rauchersalon erwartet mich General von Ortha schon. Ich fühle mich geehrt, dass er mich rufen ließ – ein Mann von Ehre, den ganz Berlin für seine Taten pries. Uns allen ist er als der Held von Afrika bekannt: Er schlug den Aufstand nieder mit eiserner Hand, in unseren Kolonien, im fernen Land, für Kaiser und das Vaterland. Neben ihm, im blauen Dunst, sitzt Albrecht Trupp, der Waffenfabrikant – doch ist er uns allen auch als großer Humanist bekannt. Der Wohnungen für seine Arbeiter baut und stets auf das Wohl der Invaliden schaut, der Schulen für die ärmsten Kinder stiftet und sie, ganz wie Kant, der Bildung verpflichtet. [Strophe 4] Die beiden Herren wünschen heute Abend in die Oper zu gehn: Sie verlangen eine Loge, um Don Giovanni zu sehn. Für Gäste ihres Standes ist mir kein Aufwand zu groß – sofort eil ich zurück an mein Pult und schicke einen Boten los. [Refrain] Für Damen mit Namen, für Herren von Rang setzt sich das ganze Haus in Gang. Denn was ein Gast von Stand auch immer begehrt, wird ihm im Excelsior niemals verwehrt. [Strophe 5] Ich stehe an meinem Pult und warte auf den Boten, da öffnet sich die Tür – und zwischen all den Gästen tritt ein neuer Herr in den Raum. Er hebt den Blick und sieht mich an – sein Anblick fährt mir durch Mark und Bein, doch ich glaub es kaum: Es kann nicht sein. Ich sehe ein Gesicht, das gar nicht hier sein kann. Schritt für Schritt kommt er mir näher. Mit jedem Atemzug wird die Luft schwerer. Auf meiner Stirn liegt kalter Schweiß. Das Blut rauscht dröhnend in den Ohren – für einen Augenblick fühl ich mich verloren. Nur noch einen Herz – einen Wimpernschlag entfernt – blinzle ich – und das Bild vor mir zerrinnt: Es ist nur der Bote, der vor mir steht und zu sprechen beginnt. Ich zwinge mich zur Ruhe, richte meinen Blick, nur langsam find ich in den Augenblick zurück. Der Bote meldet mir, die Loge sei bestellt und um mich ordnet sich erneut die Welt. Doch während ich die Nachricht schweigend quittier, spür ich den Blick jenes Herrn noch immer auf mir. [Schlussrefrain – Dark Reprise] Für Schatten ohne Namen, für Schemen ohne Rang setzt sich tief in der Nacht das Haus in Gang. Denn was aus der Vergangenheit die Rückkehr begehrt, dem wird sie im Excelsior niemals verwehrt. Für Schatten ohne Namen, für Schemen ohne Rang setzt sich tief in der Nacht das Haus in Gang. Denn was aus der Vergangenheit die Rückkehr begehrt, dem wird sie im Excelsior niemals verwehrt.

