Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett in einen ungeheuer normalen Menschen verwandelt. Er ging wie jeden Morgen zur Arbeit und starrte dort mehr aus dem Fenster als auf seinen Bildschirm, wo der Cursor stumm, aber passiv aggressiv blinkend auf seine Eingaben wartete. Gedankenverloren beobachtete er ein kleines Insekt, das sich auf die Fensterbank verirrt hatte. Für einen kurzen Moment musterten die beiden Geschöpfe sich gegenseitig. Einen Augenblick später breitete der Käfer seine Flügel aus und flog in das Grau des Tages zurück. Gregor wandte sich wieder seinem Bildschirm zu und dachte sich: Käfer müsste man sein. [strange kafkaesk violine solo] Käfer müsste man sein Käfer müsste man sein [Part 2 - spoken] Am nächsten Morgen klingelte der Wecker zur gleichen Sekunde wie gestern, als hätte die Zeit beschlossen, sich einfach zu kopieren, statt wirklich zu vergehen. Auf dem Weg zur Arbeit nickten ihm Menschen zu, die er nicht kannte, und er erwiderte das Nicken automatisch, ohne zu wissen, wer hier wen überzeugte, normal zu sein. Am Schreibtisch tippte er eine E-Mail, die er schon tausendmal formuliert hatte, und fragte sich, ob es überhaupt jemanden gäbe, der den Unterschied merken würde, falls er heute verschwände und morgen ein anderer seinen Platz einnähme. In der Mittagspause starrte er auf sein Tablett, auf dem jede Portion aussah wie ein Musterexemplar von sich selbst. Müde schaute er aus dem Fenster der Kantine, dass das Grau des Tages von dem Grau seines Alltags trennte und dachte sich: Käfer müsste man sein. [climactic violine] Käfer müsste man sein Käfer müsste man sein [Outro - spoken] Am Ende des Tages nickte Grehgor wieder brav den leeren Gesichtern zu und brachte beinahe automatisiert ein müdes „Bis morgen“ über die Lippen. Auf dem Parkplatz blieb er vor seinem Auto stehen und in der warmen Abendluft hörte er ein fernes Summen, das sich anfühlte, als wäre es nicht für Menschenohren gedacht. Er spürte plötzlich, wie schwer die Schlüssel in seiner Hand lagen, als erinnerten sie ihn an all die Orte, an die er sich selbst zurückgesperrt hatte. Dann ließ er sie fallen, ohne darüber nachzudenken, und bevor sie den Boden berührten, wusste er bereits, was er tun würde. Er atmete ein, als wäre das seine erste Entscheidung seit langer Zeit, breitete seine Flügel aus und flog in den Abend davon. [Outro] [violine resembles a flying bug]