[Strophe 1] Früher war i bei Familienfeiern der, der unterm Tisch noch Unsinn macht, heut frag’n mi die Jungen ganz höflich: „Magst an Sessel?“ – und i hab nur glacht. Der Onkel war alt, die Tante vergesslich, und i war natürlich ewig jung. Heut schau i rundum in die Runde und denk mir: „Verdammt – jetzt bin i dran!“ [Refrain] Mei, wie die Zeit vergeht, gestern zwanzig, heut tut’s Kreuz schon weh. Im Kopf bin i mitten in der Pubertät, nur der Spiegel sagt: „Bua, dafür is’ z’spät!“ Die Grenzen werden jedes Jahr a Stückerl mehr, die Stiegen höher und die Einkaufssackerl schwer. Doch solang i noch weiß, wo der Kühlschrank steht, lach i drüber, wie die Zeit vergeht. [Strophe 2] Früher bin i drei Nächte durchgezogen, heut brauch i nach zehn schon meinen Schlaf. Früher hab i ohne Grund getanzt, heut frag i vorher: „Is der Boden eh net glatt?“ Die Knie melden Regen drei Tag vorher, der Rücken kennt das Wetter ganz genau. Und wenn i meine Brille wieder suche, sitzt sie meistens oben auf der Nas’n drauf. [Refrain] Mei, wie die Zeit vergeht, gestern zwanzig, heut tut’s Kreuz schon weh. Im Kopf bin i mitten in der Pubertät, nur der Spiegel sagt: „Bua, dafür is’ z’spät!“ Die Grenzen werden jedes Jahr a Stückerl mehr, die Stiegen höher und die Einkaufssackerl schwer. Doch solang i noch weiß, wo der Kühlschrank steht, lach i drüber, wie die Zeit vergeht. [Bridge] Manchmal geh i in ein Zimmer rein und hab vergessen, was i dort wollt. Dann geh i wieder raus und denk mir: „Wird schon nix Wichtiges gewesen sein!“ Vielleicht is’ es das Alter, vielleicht war i immer schon so zerstreut. Und wenn wer „Alzheimer!“ ruft, sag i: „Wer bist denn du? … Ah servus! Freut mi heut!“ [Strophe 3] Bei der Feier erzählen jetzt die Jungen von Dingen, die i nimmer ganz versteh. Sie reden von Apps, Clouds und Influencern – i frag nur: „Kann ma des auch essen zum Kaffee?“ Doch wenn die Musik von früher spielt, bin i plötzlich wieder siebzehn Jahr. Dann tanz i los – zumindest geistig, weil körperlich wird’s morgen sonderbar. [Letzter Refrain] Mei, wie die Zeit vergeht, und plötzlich bist der Älteste am Tisch, der noch steht. Im Kopf rebellisch wie in der Pubertät, auch wenn beim Aufsteh’n erst einmal gar nix geht. Es gibt mehr Grenzen, doch das Leben bleibt schön, man muss halt manchmal a bisserl langsamer geh’n. Und wenn i irgendwann vergess, wie alt i bin – dann hat das Ganze wenigstens an Sinn. [Outro] Denn alt sein heißt noch lang net alt denken, man muss dem Leben nur ein Lächeln schenken. Und wenn die Zeit auch viel zu schnell vergeht: Hauptsach, dass beim Feiern noch a Mehlspeis dasteht.


