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🌲Der Blick des Schrats

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V4.5

Ich trat in den Wald, wie so viele zuvor, mit Plastik in Händen, Gedanken im Ohr. Ein Becher, ein Wrap, ein zerknülltes Papier - „Wird schon verrotten“, so dachte ich mir. Ich sah nicht die Wurzel, die still sich verbog, nicht das Moos, das wie Haut über altem Stein flog. Ich hörte kein Flüstern, kein stilles Gebet, nur das Knistern des Mülls, das der Boden nicht versteht. Dann kam eine Stille, die nicht einfach war. Nicht leer - eher voll. So als wär etwas da. Der Pfad wurde fremd, die Bäume zu dicht, und mein Schritt wurde leise, mein Blick wurde Licht. Ein Baum stand vor mir - ich weiß nicht, wie groß. Er wirkte wie Atem, wie Wille, wie Moos. Ich spürte ein Ziehen, kein Zwang, eher mild - als würd ich erkennen, was längst schon mein Bild. Da war eine Form, ein Gesicht aus Geäst, kein Schrecken, kein Zorn - nur ein uralter Rest von Bedeutung, von Weite, von stummen Gebet - und ich fühlte mich klein, wie ein Kind, das versteht. „Du hast nicht zerstört,“ so sprach er in mir, „nur vergessen, dass du Teil bist von hier.“ Und ich sah meinen Becher - ein Loch in der Welt, so klein, und doch etwas, das keinem gefällt. Er zeigte mir Bilder - nicht grell, nicht gemein, nur klar, wie ein Spiegel im Wurzelgestein. Ein Vogel, der würgte. Ein Fuchs, der verstarb. Ein Waldkind, das weinte. Und ich… stand und starb. Nicht im Körper - im Stolz, in dem Ich hab das Recht! In dem schnellen Konsum, der die Erde zerfetzt. Ich fiel nicht zu Boden - ich wurde ganz still. Und der Schrat? Er verschwand. Weil er weiß, was ich will. Ich werd nicht mehr werfen. Ich werd nicht mehr gehn, ohne das Raunen der Bäume zu sehn. Ich bin nicht der Herr - nur ein Hauch in dem Kreis, der mich trägt, wenn ich falle, und flüstert: Sei leis. Und wenn ich zurückkehr, dann nicht wie zuvor. Mit Händen, die tragen, nicht schmeißen - und Ohr. Denn der Schrat hat nicht gesprochen mit Macht - er hat mich gespiegelt. Und ich bin erwacht.