
Strophe 1 Ein Owtscharka schreitet durch das Land — achtzig Kilo Treue, Fell und Sinn. Er schützt, was ihm anvertraut ward, weiß genau, wo seine Grenze ist. Er warnt. Er wacht. Er tötet nicht. Doch die Krone druckt, was keiner sieht. Strophe 2 Peter und Eveline Pick, sie zahlen, was sie müssen — für einen Zaun, für Schaden, der passiert. Doch wer zahlt für das Bild, das man zerrissen, für einen Namen, den man medial blamiert? Sie lebten still am Fuß der Rax, im Grünen — bis Scheinwerfer begannen, für sie zu glühen. Chorus Oh Tobi, oh Lini — die Pick-Hunde stehn, nicht allein in der Nacht, nicht allein im Geschrei. Der Tierarzt sagt's klar: nicht lebensgefährlich — die Anwältin sagt: Kamera, einszweidrei. Mal kostet es dies, mal kostet es das — die Zahlen tanzen wild im Medienglas. Doch die Pick-Hunde warnten, sie warnten zuerst — und niemand fragt, wer die Grenze verletzt. Strophe 3 Die Krone schreibt, die Heute schreit, die Anwältin rechnet — sie kennt ihr Revier. Medienbekannt für solche Fälle weit und breit, und plötzlich steht ganz Österreich vor ihr. Die Summen wechseln — täglich, wunderlich — mal so viel, mal mehr, je nach Interview. Bridge(halb gesprochen, fast dokumentarisch) Ein Herdenschutzhund tötet nicht aus Lust. Er warnt — einmal, zweimal, dreimal. Wer dann noch kommt, der kommt auf eigene Brust. Das weiß man, wenn man Hunde kennt. Das steht nicht in der Zeitung. Chorus Oh Tobi, oh Lini — die Pick-Hunde stehn, nicht allein in der Nacht, nicht allein im Geschrei. Der Tierarzt sagt's klar: nicht lebensgefährlich — die Anwältin sagt: Kamera, einszweidrei. Mal kostet es dies, mal kostet es das — die Zahlen tanzen wild im Medienglas. Doch die Pick-Hunde warnten, sie warnten zuerst — und niemand fragt, wer die Grenze verletzt. Finale(langsam, feierlich, fast choralisch) Oh Tobi, oh Lini — ihr habt gewarnt, ihr habt nicht mehr getan. Die Schlagzeile vergilbt, die Kamera dreht ab, die Anwältin reicht die Rechnung — und geht. Ihr aber bleibt, was ihr wart: Pick-Hunde. Treu.

