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Die Ankunft in Sentenza

[Strophe 1] Die Uhr schlägt elf auf dem Kirchenturm, ihr Klang verkündet den nahenden Sturm. Die Bande reitet durch den Staub der Straßen, Mütter zerren Kinder aus den Gassen. Schon bald wirkt Sentenza verlassen. Der Sheriff versteckt sich im Büro. Die Sonne wirft sechs dunkle Schatten hinab, Türen schlagen zu, Riegel fallen herab. Hinter rissigen Läden blitzt stummes Entsetzen, Augenpaare folgen den Schritten der Hufe. Kein Laut ist zu hören, erstickt sind die Rufe... [Strophe 2] Sie reiten zum Saloon, die Mienen hart wie Stein, der Totengräber führt sie mit kühlem Verstand. Denn sein Plan ist tödlich und riskant, drum prägt er sich den Ablauf nochmals ein. Ihr Ziel ist die Bank, dort steht der Tresor, er ist ein Monster aus Stahl, eine furchteinflößende Gestalt, er trotzt jeder rohen Gewalt. Selbst Dynamit wäre hier nur verschwendet, weil jeder Versuch bloß im Tode endet. Dieses Biest leistet Widerstand, um ihn zu öffnen, brauchen sie den Schlüssel aus des Direktors Hand. [Strophe 3] Der Direktor ist ein frommer Mann, der Sünden bereut, und den Weg zur Kirche niemals scheut. Jeden Tag, noch bevor die Glocke zwölf mal schlägt, beichtet er die Last, die sein Gewissen trägt. Doch heute wird Reverend Bone sein Beichtvater sein, um ihn von Schlüssel und Sünde zu befreien. El Buitre liegt im Kirchenturm dann schon auf der Lauer, die Ruhe im Saloon ist nur von kurzer Dauer. [Strophe 4] Die Uhr am Turm zeigt elf Uhr zehn, vor dem Saloon bleiben sie stehn. Sie steigen aus den Sätteln, blicken sich kurz an, dann teilen sie sich auf, jeder kennt den Plan. Der Totengräber nimmt die Stufen zum Saloon, das Holz unter ihm ächzt schwer, Jack und Hermann folgen ihm dicht hinterher. Sie stoßen die Schwingtür auf, treten in den Raum, Gespräche verstummen, man atmet kaum. Nur am Ecktisch werden stur weiter Karten gemischt, Jack und Hermann setzen sich dazu an den Pokertisch, ein kaltes Grinsen im Gesicht. Der Totengräber lehnt am Tresen, sein Blick ist kalt, er fordert Whiskey seine Stimme ist es, die als einzige hallt. [Strophe 5] Bone und El Buitre betreten den kirchensaal, im Inneren ist es kühl, das Licht scheint fahl. Der Pfarrer blickt auf, sieht den geistlichen Mann, Reverend Bone zieht ihn lächelnd in seinen Bann. Der Priester dreht sich um, zurück zum Altar, da ist Bone schon gefährlich nah. Er legt den Rosenkranz um den Hals vom frommen Mann, zieht gnadenlos zu, bis er nicht mehr atmen kann. Er schafft die Leiche hinter den Schrein, und setzt sich selbst in den Beichtstuhl hinein. Der Geier klettert hoch, gerät außer Sicht, nur El Viudo bleibt draußen im flirrenden Licht. Ein falsches Lächeln auf seinem Gesicht, er sieht eine Dame, behängt mit Gold, das Schicksal ist ihr heute nicht hold. [Refrain] Sentenza hält den Atem an, gefangen in des Totengräbers Plan. Die Schatten werden kurz und schwer, es gibt hier keine Rettung mehr. Die Uhr tickt laut, die Zeit ist knapp, sie zählt die letzten Minuten ab. [Strophe 6] Die Uhr zeigt halb 12, die Banktür schwingt auf, das Schicksal nimmt seinen Lauf. Der Direktor tritt aus der Bank hinaus, rückt den Hut ins Gesicht, blinzelt kurz gegen das grelle Sonnenlicht. Er nickt El Viudo zu, der höflich grüßt, nicht ahnend, dass er gleich für seine Sünden büßt. [Strophe 7] Der Bankier eilt zur Kirche, sein Ende ist nah, doch El Viudo bleibt nicht länger da. Er folgt der Dame, leise wie ein Schatten, in die dunkle Gasse, zu den hungrigen Ratten. Der Direktor tritt in die Kirche ein, er zwängt sich in den Beichtstuhl hinein. Er fleht durch das Gitter: „Vergib mir, mein Herr!“ Bone flüstert: „Dich von Sünden zu befreien das fällt mir nicht schwer.“ Er legt den Rosenkranz um seine Kehle, ein Ruck – und er schenkt Gott die sündige Seele. [Strophe 8] Zur gleichen Zeit fällt ein Ass bei Jack, ein Spieler springt auf: „Du betrügst, du Dreck!“ Doch Hermann zieht schneller, die Colts bellen laut, das Blei zerfetzt ihnen Knochen und Haut. Der Totengräber tritt aus dem Saloon heraus, der Rauch zieht mit, Jack und Hermann folgen im gleichen Schritt. Aus der Gasse kehrt El Viudo zurück zum Platz, in seiner Tasche klimpert der Dame geraubter Schatz. Er richtet die Krawatte, fein und rein, ihr Blut färbt den Staub im rötlichen Schein. Bone kommt von der Kirche, den Schlüssel als Beute, vor der Bank steht der Totengräber mit der Meute. [Refrain] Sentenza hält den Atem an, gefangen in des Totengräbers Plan. Die Schatten werden kurz und schwer, es gibt hier keine Rettung mehr. Die Uhr tickt laut, die Zeit ist knapp, sie zählt die letzten Minuten ab.