
Gravitationswundwasser
[Intro – geflüstert, zitternd] Tropf mich weich, durch Haut und Sinn, zieh mein Fleisch zur Flüssigkeit hin. Ich war ein Mann – doch das ist Schluss: Jetzt bin ich Tropfen. Jetzt bin ich Guss. [Verse 1] Ich lag im Rohr, mein Herz war nass, die Lunge voll mit Beckenquass. Ein Schleim trat ein, ganz ohne Frag, und flüsterte: „Jetzt stirbst du langsam, Tag für Tag.“ Die Adern platzten, nicht vor Wut – vor Druck aus wundgeword’nem Blut. Ich grinste schief, mein Hirn war sacht, denn Tropfen tropfen nur bei Nacht. [Hook – flehender Schrei] Gravitationswundwasser – zersetz mich bald! Mach mein Gedankenmark schön kalt. Lös meine Knochen, spül mein Ich, verflüssige mich – vollständig, schick! [Verse 2] Der Hahn ist offen, mein Kopf ist leer, das Denken fauelt, die Zunge schwer. Die Rohre lachen, das Becken stöhnt, mein Fleisch verzieht sich, kaum gewöhnt. Ich seh mich tropfen aus dem Raum, ein Wurm in einem Schleim-Albtraum. Mein Spiegel fließt, mein Name fauelt, mein Innerstes wird umgebaut. [Bridge – beschwörend, ekstatisch] Wasser, Wunde, Weh und Wand – zieh mich tief ins Schleimeland! Ich will kein Mensch mehr, will nur nass, ein Tropf im All, ein feuchter Hass. [Break – keuchend, manisch] Sickere, leck mich, füll mich aus! Ich bin bereit für deinen Graus! Komm, steig in meinen leeren Blick – und reiß den letzten Knochen mit! [Final Chorus – katatonisch ekstatisch] Gravitationswundwasser – du feuchte Macht! Du hast aus mir ein Loch gemacht! Ich bin kein Wesen, nur ein Guss, verflüssig mich – verteil den Fluss! [Outro – Tropfen, ganz leise] Tropf mich leer. Kein Herz, kein Fleisch, kein Wille mehr. Ein Rinnsal nur, das niederkriecht – bis nichts mehr bleibt… …das widerspricht.

