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Der erste Ton fällt leise

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V6

Alles weiss, alles gleich, ein sauberes Nichts. Der Schnee schluckt den Schall, die Welt hält den Mund. Keine Reize, kein Grund. Im Dunst deiner Zweifel suchst du, was deine Seele will. [Space echo repeat: Seele will...] Das einzige Geräusch, das die Starre durchbricht, ist das Knirschen im Eis – es spricht vom Gehen. Jeder Riss erzählt vom harten Weg, kein Schritt zurück. Die Welt schaufelt Schmerz ins stolze Herz. Der Vorhang streift die Schultern, kalt und schwer. Unter den Nägeln raues Holz, die Kante schneidet ein. Das Glas splittert unter den Fingern, körnig, scharf, klebt an der Handfläche, zieht sich warm und rot. Der Stoff am Rücken saugt sich fest vom kalten Schweiß. Man spürt den Strom im Nacken, als würd er durch die Zähne geh’n, ein Zittern im Kiefer, das den ganzen Körper mitnimmt. Dieser Aufbruch ist nicht zu halten, selbst wenn der Frost noch versucht, dich zu spalten. Und genau da - kein Filter, kein Halt, nur Umkippen von still zu Gewalt. Die Luft eng, die Haut dünn, der Frühling kommt rein, als wärst du nicht drin. Nichts ist sanft, erst wenn es bricht, kann es neu sein. Der Takt sits tief, der Brustkorb spannt. Die Sonne drückt mir auf die Haut, bis sie brennt. Zu viel von draussen, zu wenig Platz, der Kopf gegen Stirn, der Atem bleibt knapp. Sie kriegen dich heute nicht klein! Was gestern durch die Adern schoss, hält dich noch immer im Bann. Nasser Sprung, kaltes Zieh'n, Brand im Kopf, dann geht er weg. Eine Wand aus Lärm, zu nah, zu viel, bis der Akku leerläuft, jetzt. Brust auf, Luft rein, kaum noch Platz, Mut drückt die Angst kurz an die Wand. Alles Goldene kippt, die Kälte kommt nah. Kaum noch ein Blinken, nur mattes Restlicht zieht durch den Raum. Wie ein letzter Zug, halb weg, halb Traum. Was warm war, wird klein. Ich sitz hier. Allein und lass es sein. Nimm die Farben mit, speichere sie ein. Du wirst sie brauchen um im Grau nicht zu schrein. Die Natur zeigt, wie man stirbt und loslässt, ohne hässlich zu sein. Bevor das Eis dich erfasst, blickst du in den Spiegel. Die Schatten? Verblasst. Weil du gelernt hast, wer du im Inneren bist. Die Farben leuchten, wild und laut, auf das Fundament, das du neu gebaut. Kein Klagen, kein Verstecken, lass die Narben die Wahrheit wecken. Du bist nicht die Wunde, du bist der Sieg, der über die Trümmer stieg! Alles wird leicht, kein Druck, keine Last, wenn du das Weisse in dir einfach fasst. Kein Funkengewitter, kein Sturm in der Brust, nur reines Atmen, still, voller Lust. Der Kreis schliesst sich, alles kommt an seinen Ort. Ein neuer Ton trägt dich fort. Das Farbenmeer verblasst. Mehr als die Narben. Der erste Schnee fällt leise. Die Farben der Zeit. Gleichheit neu erfasst, Unkompliziert und rein, auch wenn der Weg weit ist. Der Kreis schliesst sich. Im Dunst nicht mehr blind. Weil man das Leben jetzt spüren will. Alles weiss. Alles gleich.