
7. Warum guckst du denn so?
[Intro – ruhig, Akustikgitarre] Morgens geht die Türe auf, kleine Füße, schneller Lauf. Jacke aus und Schuhe weg, schon ruft einer: „Komm, wir bau’n ein Versteck!“ [Strophe 1] Ich sitz am Boden, bau ein Haus, ein Kind sucht sich die Steine aus. Der nächste kommt und fragt mich dann: „Hilfst du mir, weil ich’s nicht kann?“ Ich helfe, lache, hör gut zu, bind Schuhe, tröste, geb auch Ruh. Für Kinder ist daran nichts schwer – doch manchmal schaut ein Großer quer. [Pre-Chorus] Und ich frag mich dann ganz leis: Was ist es eigentlich, was du siehst? [Refrain – Kinderchor setzt ein] Warum guckst du denn so? Ich bin doch einfach hier. Ein Kind fragt nicht: „Bist du ein Mann?“ Es sagt nur: „Spielst du mit mir?“ Warum guckst du denn so? Wenn ich tröste, wenn ich lach? Für Kinder zählt, wer bei ihnen bleibt, wenn sie jemanden brauchen am Tag. Ich bin Erzieher – und das ist gut so. Warum guckst du denn so? [Strophe 2] Ein Knie ist rot, die Tränen groß, der Fußball liegt daneben bloß. „Bleib kurz bei mir“, sagt ein Kind zu mir, und selbstverständlich bleib ich hier. Beim Wickeln, Essen, Schlafengehn, beim Jacke suchen, Hände drehn, ist Fürsorge nicht Frau oder Mann – sie fängt beim Menschen selber an. [Pre-Chorus] Vielleicht ist manches ungewohnt, weil sich ein alter Blick noch lohnt. Doch wer die Kinder lachen sieht, versteht vielleicht, worum es geht. [Refrain – größer] Warum guckst du denn so? Ich bin doch einfach hier. Ein Kind fragt nicht: „Bist du ein Mann?“ Es sagt nur: „Spielst du mit mir?“ Warum guckst du denn so? Wenn ich tröste, wenn ich lach? Für Kinder zählt, wer bei ihnen bleibt, wenn sie jemanden brauchen am Tag. Ich bin Erzieher – und das ist gut so. Warum guckst du denn so? [Bridge – Musik wird deutlich ruhiger] Ein Junge darf auch traurig sein, ein Mädchen laut und mutig sein. Und Kinder dürfen täglich seh’n: Menschen können verschieden durchs Leben geh’n. Ein Mann kann stark und zärtlich sein, kann trösten und verständnisvoll sein. Denn Vorbilder entstehen nicht durch Mann und Frau – sondern durch das, was ein Mensch verspricht: „Wenn du mich brauchst, bin ich da.“ [Kurze Pause – Kinderstimme] „Kommst du morgen wieder?“ [Männerstimme, ruhig] „Na klar.“ [Finaler Refrain – großer Kinderchor, kräftiger Bass] Warum guckst du denn so? Schau doch einfach einmal hin! Da sind Kinder, die mir vertrauen, und genau deshalb bin ich hier drin. Warum guckst du denn so? Wir brauchen Vielfalt jeden Tag. Frauen und Männer, ganz verschiedene Menschen, damit jedes Kind Vorbilder haben mag. Nicht besser. Nicht wichtiger. Einfach ein Teil davon. Ich bin Erzieher – und ich gehör hierher. [Outro – Kinderstimmen, Musik wird leiser] „Komm, wir spielen!“ „Du musst mitbauen!“ „Liest du uns nachher was vor?“ [Männerstimme, lachend] „Na gut … aber diesmal baut ihr mit!“

