
Lisa und Michl Ich hab gehört, Lisa und Michl sind kein Paar mehr. Darum hab ich keine Antwort auf meine Karten erhalten. Alles zerrissen, die Ehe hingeschmissen, Kinder getrennt, das Haus verlassen. Ich hatte eine Ahnung, Minni ahnte das gleiche, das kann nicht gutgehen. Michl und seine Lisa haben sich geschieden. Vor Jahren, wenn ich warnte, lasst die religiösen Spielchen, haltet Abstand zu den christlichen Sekten, ließ Lisa sich nicht beirren. Michl war nüchterner, verlor er doch schon eine Frau durch eine Sekte. Wut war bei mir daheim, ich hätte am liebsten die lieben Geschwister aus dem Haus gejagt. Treffen bei Lisa und Michi, Ton ab Treffen auf Recorder aufgenommen. Abartig. Nicht Freundschaft, sondern Sektierereitreffen. Ich habe nein gesagt und buh buh geerntet. Viele Neins von Minni und mir haben uns isoliert. Gut so war`s, was hätten wir alles anfangen sollen. Zu Querulanten, die die Ruhe und das Sektenwachstum stören, wurden wir erklärt. Die Früchte liegen heute ein wenig vor. Großmaulige Geschwister sind heute psychische Wracks, hängen einem Wahnsinn an, der sie unannehmbar macht. Männer, die laut und stark Halleluja schrien, prügeln heute selisch und körperlich ihre Frauen. Man nenne mich wie man will, abgefallen im Glauben, Ketzer, Gottloser oder sogar Sektierer. Ich weiß nur, das war es nicht, was Lisa und Michl erlebten. Es macht mich ganz narrisch. Der Michl war für mich vom Gemüt her ein Vorbild. Was habe ich gehört, er ist hinter`s Haus in seine Pferdehütte gezogen. Seine Tochter lebt mit Familie im Haus des Vaters. Wer möchte Michi noch einmal sagen, Gott liebt dich. Es kann ja auch sein, dass Michi sich dessen noch bewußt ist. Eine Sauerei, wie Menschen manipuliert werden. Ich bete für Lisa und Michl, weil ich sie wirklich sehr lieb hatte und jedes Mal, wenn ich nach Possenhofen fuhr, viel Freude mitgenommen und auch bekommen habe.

