
Niemand sieht, wann sie beginnt. Niemand hört, wann sie vergeht. Sie wohnt in jedem Atemzug, in jedem Wort, das man spricht. Wir betrachten Tage wie unsere Schätze, wir halten fest, was niemals bleibt. Doch jede Stunde, die wir besitzen, ist nur geliehen auf Zeit. Die Könige vergingen. Die Reiche wurden Staub. Die Sterne tragen Narben von längst vergang'nem Lauf. Und zwischen den Welten, wo das Licht Erinnerung verliert, wird jede Sekunde geschrieben, bis die letzte Seite gefriert. Noch fließt die Zeit. Noch ist nichts vorbei. Was bleibt von all den Wegen, wenn kein Morgen mehr erscheint? Was bleibt von all den Namen, wenn die Ewigkeit schweigt? Nur ein Augenblick im Dunkel, nur ein Funke in der Zeit. Ein Pulsschlag in der Stille, zwischen Leben und Ewigkeit. Am Rand des Welten Raumes, wo die Sterne langsam vergehen, liegt ein Ort ohne Anfang, den nur wenige je gesehen. Dort ruht ein erhabenes Wesen zwischen Seiten aus Licht. Kein Richter über Leben, nur ein Wächter der Pflicht. Vor ihm ruht ein offnes Buch, geschrieben aus Stunden und Jahr'n. Von allem, was jemals gewesen hat die Zeit die Spuren bewahrt. Was bleibt von all den Wegen, wenn kein Morgen mehr erscheint? Was bleibt von all den Namen, wenn die Ewigkeit schweigt? Minuten vor dem Ende öffnet sich die letzte Chronik. Der Herr der Zeit erscheint. Der Hüter aller Stunden. Der Erste, der gekommen, Der Letzte, der noch nicht verschwunden. Und zwischen den Zeilen, sind stille Zahlen verwahrt, wurden Jahrtausende vergessen, Augenblicke nicht bewahrt. Selbst der Herr der Zeit schweigt. Denn auch er kennt jene Wahrheit: Der Hüter aller Stunden steht nicht über der Zeit. Was bleibt von all den Wegen, wenn kein Morgen mehr erscheint? Was bleibt von all den Namen, wenn die Ewigkeit schweigt? Nur ein Augenblick im Dunkel, nur ein Funke in der Zeit. Ein Pulsschlag in der Stille, zwischen Leben und Ewigkeit. Die alten Götter sind vergangen. Ihre Tempel wurden Stein. Was einst für immer schien, musste endlich Ende sein. Doch irgendwo zwischen den Sternen wird noch weitergeschrieben. Was wir Vergangenheit nennen, ist für die Zeit nur geblieben. Doch jede Geschichte hat ein Ende. Der Herr der Zeit blickt zurück. Auf jedes Leben, das erwachte. und auf jeden Abschied der unausweichlich war. Der Herr der Zeit geht. Und in diesem Augenblick hält selbst das Universum den Atem an. Was bleibt von all den Wegen, wenn kein Morgen mehr erscheint? Was bleibt von all den Namen, wenn die Ewigkeit schweigt? Und du? Was schreibst du in deine Seiten, solange noch Worte bleiben? Welche Namen trägst du weiter, wenn die Jahre dich begleiten? Denn kein Mensch besitzt den Morgen. Kein Herz hält eine Stunde fest. Doch was wir lieben, bleibt in uns bestehen. Was bleibt von all den Wegen, wenn die letzte Seite fällt? Was bleibt von all den Träumen, am Ende dieser Welt? Nicht der Reichtum. Nicht die Namen. Nicht die Macht über die Zeit. Nur die Spuren, die wir hinterlassen, wenn unser letzter Tag schwindet. Denn alles, was wir jemals hatten, war nur geliehene Zeit.

