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FAUST I – Szene 3

FAUST I – Szene 3: Die Wette im Himmel [Ouvertüre – Chor] Aus Sternenstaub und Morgenlicht, erhebt sich still das Weltgericht. Die Himmel öffnen weit ihr Tor, und ewiger Gesang steigt empor. ⸻ [Strophe 1 – Chor der Erzengel] Die Sonne zieht seit Anbeginn, durch Raum und Zeit mit festem Sinn. Die Welten kreisen, Meer und Wind, wie sie seit Urbeginn gewesen sind. Der Donner spricht, das Wasser lebt, die Schöpfung atmet, alles bebt. Im großen Kreis der Ewigkeit erklingt des Lebens Herrlichkeit. ⸻ [Strophe 2 – Mephisto] Ich seh den Menschen Tag für Tag, wie er sich selbst kaum leiden mag. Er baut sich Throne aus dem Sand, und hält sie für ein Götterland. Ein wenig Stolz, ein kleiner Traum, schon fällt er aus dem Lebensbaum. Er sucht das Licht mit blinder Hand und endet doch im eignen Sand. ⸻ [Pre-Chorus – Der Herr] Der Mensch verirrt sich manches Mal, doch trägt er Hoffnung ohne Zahl. Solang er sucht mit ehrlichem Sinn, führt jeder Irrweg auch zum Ziel hin. ⸻ [Refrain – Chor] Wer trägt die Wahrheit? Wer trägt den Schein? Kann Gut und Böse vereint noch sein? Im Herzen des Menschen tobt jede Schlacht. Zwischen Zweifel und Hoffnung, zwischen Finsternis und Macht. ⸻ [Bridge – Der Herr & Mephisto] Der Herr: Ein Mensch, der sucht, ist niemals klein. Mephisto: Dann lass mich sein Begleiter sein. Der Herr: Versuche ihn. Mephisto: Ich nehme die Spur. Der Herr: Am Ende zeigt sich seine Natur. ⸻ [Großes Finale] So wurde im Schweigen die Wette gemacht. Noch ahnt es der Suchende nicht in der Nacht. Der Himmel verstummt. Die Sterne vergeh’n. Nun wird das Schicksal den Menschen versteh’n. Und fern, in einem dunklen Raum, sitzt einer über seinem Traum. Zwischen Büchern, Staub und Kerzenlicht … beginnt die Suche nach der Wahrheit.