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Wia ih ohgfanga hob - 14.11.2006

Wia ih ohgfanga hob Wia ih ohgfanga hob mit meim Lebensmittelpunkt, do war ih no sehr jung, grod moi achtzehn Jahre. Dieser Lebensmittelpunkt hod irgendwia alles durcheinander brocht. Des sogt ma so flapsig. Ja, kannt ih song, wia ih ohgfanga hob, meine Gedanken zu Papier zu bringa, do war ois a bisserl verrückt, sogar a bisserl mehr als der übliche Sturm- und Tatendrang, den so ein Jugendlicher hod. Wia ih ohgfanga hob, hod mi mei Weg nach na durchgmachtn Nacht in München Schwabing ins Zentrum von München gführt, a Taxler hod mia verratn wo ma in da Innenstadt am ehesten und am gscheidastn frühstückn ko. In dem Moment war mia bei weitem ned klar, dass ois wos ih so ohgfanga hob mit Cafes vui z`doa hom werd. Wia ih ohgfanga hob, war ih wia oana der koa Dahoam mehr hod, ja ih war nach dem Weihnachtn neunzehnhundertvierundachzig ah Woche vor der Süddeutschen Zeitung gstandn und hob mir als Durchgebrannter, von dahoam Ausgebüchster, den Ernst gmacht, auf da Straß mit Leut über Gott und d`Welt zu redn. Die Cafes zwischen Jakobsplatz und der Maxburg warn meine Aufenthaltsorte um dem grad eröffneten Fluss der Worte an Raum zu gebn. Verrückt, dat ih heut über mi selber song, aber nur in der Art der Durchführung, ned wegen dem Inhalt. Wia ih ohgfanga hob, war des Cafehausgehn ah Notwendigkeit, weil sichs auf da Strass im Winter schlecht schreibt. Mei erster Besuch im Schmoiznudlcafe war ah Chaos, meine Reise ging schließlich bis nach Tutzing, wia ah Wandersmann durfte ich vom Schreiben von Gedichten leben. Der Lebensmittelpunkt, der gefundene Glaube, das entdeckte Talent, das alles prägte über umwälzende Zeiten hinaus mein Wirken. Doch inhaltlich hod sich seit meine Protestfindungstage von neunzehnhundertvierundachzig nichts geändert. Älter is ma gworn, reifer sicherlich. Wia ih ohgfanga hob, des wär minutiös sicher koa unspannende Geschichte. Für mich wars zwischen Gott und Welt und Cafes nia langweilig, ah wenn so manches Kapitel wia zugschlong hinter mir liegt.